Doppelte Katastrophe vor 66 Millionen Jahren: Hitze und Dunkelheit nach Asteroideneinschlag

Vor 66 Millionen Jahren traf ein Asteroid die Erde in der Nähe von Chicxulub und löste eine globale Katastrophe aus. Neue Modellierungen zeigen, dass das Leben auf der Erde damals nicht nur mit einem, sondern mit zwei aufeinanderfolgenden Desastern konfrontiert war. Zunächst führte der Einschlag zu einer intensiven Hitzewelle, die für ungeschützte Landtiere tödlich war. Anschließend blockierte Staub in der Atmosphäre das Sonnenlicht über Jahre hinweg, was die Nahrungsketten schwer beeinträchtigte.

Die unmittelbaren Folgen des Einschlags

Der Asteroid, der den Chicxulub-Krater mit einem Durchmesser von etwa 200 Kilometern schuf, verursachte in der Region um den Golf von Mexiko massive Zerstörungen. Schockwellen, Hitze, Erdbeben, ausgeworfene Materialien und gewaltige Wasserbewegungen waren die direkten Folgen. Doch die Auswirkungen gingen weit über die Einschlagstelle hinaus. Material, das in die Atmosphäre geschleudert wurde, verwandelte den regionalen Einschlag in ein globales Aussterbeereignis.

Eine Studie im Journal of Geophysical Research: Biogeosciences beschreibt, dass das Leben nach dem Einschlag zwei atmosphärische Katastrophen erlebte. Feinster Silikatstaub verstärkte zunächst einen mehrere Stunden andauernden Strahlungspuls. Als dieser abklang, blockierte derselbe Staub das Sonnenlicht und sorgte für anhaltende Kälte und Dunkelheit, die die Nahrungsnetze über Jahre hinweg schädigten.

Die Rolle des Staubs und der Hitze

Der Einschlag verdampfte Teile des Asteroiden und des Gesteins, wodurch eine heiße Wolke entstand, die sich über der Atmosphäre ausbreitete. Beim Abkühlen kondensierte ein Teil des Gesteins zu kleinen Tröpfchen, sogenannten Sphärulen, die mit hoher Geschwindigkeit zurück zur Erde fielen. Ihre kinetische Energie wurde in Wärme umgewandelt, die als thermische Strahlung die Erdoberfläche erreichte.

Frühere Modelle gingen davon aus, dass die Strahlung durch die fallenden Sphärulen teilweise abgeschirmt wurde. Neuere Berechnungen zeigen jedoch, dass zusätzlicher Staub, der sich aus dem verdampften Gestein bildete, die Strahlungsintensität an der Oberfläche deutlich erhöhte. Dieser Staub wirkte wie eine Infrarotdecke, die die Wärme zurück zur Erde reflektierte und die Strahlungsdosis um das 3,5-fache verstärkte.

Die Modellierung ergab, dass die Strahlungsdosis für ungeschützte Tiere etwa das 17-fache der für Menschen tödlichen Dosis betrug. Diese Zahl gibt jedoch keine genaue tödliche Dosis für Dinosaurier oder andere Lebewesen an, da Faktoren wie Körpergröße, Hautbeschaffenheit und Zugang zu Schutz die Überlebenschancen beeinflussten.

  • Quelle: Journal of Geophysical Research: Biogeosciences
  • Quelle: American Geophysical Union
  • Quelle: PNAS (2019)