Bild: KI-generiert
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USA führt neues Referenzsystem für geografische Koordinaten ein

Die Vereinigten Staaten ersetzen ihr bisheriges Referenzsystem für geografische Koordinaten. Die neuen Systeme werden die bisherigen Bezugspunkte für Breiten-, Längen- und Höhenangaben ablösen. Die Änderungen können Verschiebungen von bis zu vier Metern zur Folge haben, obwohl sich die physische Lage der Punkte nicht verändert. Das National Geodetic Survey (NGS) stellt das North American Datum von 1983 (NAD 83) und das North American Vertical Datum von 1988 (NAV 88) ein. Diese Systeme bildeten bisher die Grundlage für Vermessungen, Hochwasserkarten, Bauprojekte und die Luftfahrt.

Gründe für die Umstellung

Die Umstellung erfolgt aus mehreren Gründen. Zum einen soll das neue System internationalen Standards entsprechen und besser mit Satellitensystemen kompatibel sein, die den Erdmittelpunkt als Bezugspunkt nutzen. Zum anderen weisen die bisherigen Systeme systematische Fehler auf, die auf die Zeit vor der Einführung satellitengestützter Positionierung zurückgehen. Das NAD 83 wurde zu einer Zeit festgelegt, als der Erdmittelpunkt noch nicht mit der heutigen Präzision bestimmt werden konnte. Die Abweichung beträgt etwa 2,2 Meter. Das NAVD 88 zeigt ebenfalls Ungenauigkeiten: Es ist um etwa einen halben Meter verzerrt und weist eine Neigung von etwa einem Meter zwischen der Ost- und der Westküste auf.

Neue Referenzsysteme und ihre Anwendung

Das neue System besteht aus vier terrestrischen Referenzrahmen und einem geopotentiellen Datum. Die Referenzrahmen sind jeweils auf eine tektonische Platte ausgerichtet: Nordamerika, Pazifik, Karibik und Marianen. Jeder Rahmen dreht sich mit der durchschnittlichen Geschwindigkeit seiner Platte, wodurch die Koordinaten im stabilen Inneren einer Platte weniger driften. Das geopotentielle Datum, das North American-Pacific Geopotential Datum von 2022, basiert auf einem neuen Geoidmodell namens GEOID2022. Dieses Modell wurde durch umfangreiche Schwerkraftmessungen im Rahmen des Projekts Gravity for the Redefinition of the American Vertical Datum erstellt.

Die bisherige Vermessungsinfrastruktur basierte auf über einer Million physischer Vermessungsmarken, die oft beschädigt oder ungepflegt sind. Das neue System verlagert die Kontrolle in den Orbit und nutzt Satellitendaten, die über das NOAA-Referenzstationsnetzwerk und den International GNSS Service zugänglich sind. Die alten Vermessungsmarken bleiben jedoch weiterhin Teil des Systems und tragen weiterhin veröffentlichte Koordinaten.

  • Quelle: National Geodetic Survey