Die französische Unternehmerin Hèlene Huby rückt zunehmend in den Mittelpunkt der europäischen Raumfahrt. Als CEO von The Exploration Company leitet sie eines der derzeit am schnellsten wachsenden Raumfahrtunternehmen Europas. Diese Woche fungiert sie neben Astronaut Thomas Pesquet als Repräsentantin beim International Space Summit des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Rekordinvestition für europäische Raumfahrt
The Exploration Company gab eine Kapitalerhöhung von 450 Millionen US-Dollar bekannt. Diese Series-C-Finanzierung stellt den größten jemals von einem europäischen Raumfahrtunternehmen in dieser Phase eingeworbenen Betrag dar. Besonders bemerkenswert: Es handelt sich wahrscheinlich um die größte Finanzierungsrunde eines von einer Frau geführten Unternehmens in Europa.
Hubys Aufstieg fällt in eine Phase, in der die europäische Raumfahrtindustrie zunehmend unter Druck gerät. Während kommerzielle Start-ups in den USA und China rasch voranschreiten, wirken viele europäische Großprojekte veraltet. Die Ariane 6-Rakete, Europas Flaggschiff-Trägersystem, fliegt zwar, bleibt jedoch mit zehn Starts pro Jahr und nicht wiederverwendbarer Bauweise hinter modernen Anforderungen zurück.
Herausforderungen für Europas Raumfahrt
Das europäische Satellitennetzwerk IRIS², als Antwort auf SpaceXs Starlink konzipiert, zeigt Verzögerungen und Kostensteigerungen auf über 15 Milliarden US-Dollar. Sowohl im zivilen als auch militärischen Bereich scheint Europa den Anschluss zu verlieren.
Huby, die zuvor bei Airbus und ArianeGroup tätig war, gründete The Exploration Company vor fünf Jahren. Das Unternehmen entwickelt das Nyx-Raumschiff, ein vergleichsweise kleines Versorgungsmodul für den Transport zur Internationalen Raumstation und zurück. Erste NASA-Sicherheitsüberprüfungen für einen möglichen Einsatz ab November 2028 laufen bereits.
Was Huby von vielen Akteuren der europäischen Raumfahrt unterscheidet, ist ihre offene Benennung der Probleme und der Wille, Lösungen zu entwickeln. In einer Branche, die oft von etablierten Strukturen geprägt ist, stellt dieser Ansatz eine bemerkenswerte Ausnahme dar.
- Quelle: Ars Technica