Senegal baut eigene Satelliten als Teil des afrikanischen Raumfahrtprogramms

Senegalesische Ingenieure arbeiten derzeit an der Montage eines Nanosatelliten in einem französischen Labor. Dies ist ein weiterer Schritt zur Entwicklung einer eigenen Raumfahrtindustrie im Land. Die Vorbereitungen für den Bau zukünftiger Satelliten laufen bereits in der neuen Zentrale des nationalen Raumfahrtprogramms Sensat außerhalb von Dakar.

Afrikas wachsende Präsenz im Weltraum

Die Raumfahrtbudgets afrikanischer Staaten sind auf 800 Millionen US-Dollar gestiegen, nach Angaben des nigerianischen Beratungsunternehmens Space in Africa. Im Jahr 2018 lag dieser Wert noch bei unter 300 Millionen Dollar. Die Zahl der afrikanischen Länder mit Raumfahrtprogrammen hat sich seit 2018 von acht auf über 20 erhöht.

Die Afrikanische Union hat eine neue kontinentale Raumfahrtagentur in Kairo eingerichtet. Historisch gesehen waren Ägypten, Nigeria und Süd Afrika die ersten afrikanischen Nationen mit Raumfahrtaktivitäten. Ägypten startete 1998 seinen ersten Satelliten, Nigeria folgte 2003.

Technologische Unabhängigkeit als Ziel

Senegal hat seinen ersten Satelliten Gaindesat-1A 2024 in Zusammenarbeit mit französischen Wissenschaftlern gestartet. Für den Nachfolger Gaindesat-1B, der Umwelt- und Klimadaten sammeln soll, wird erstmals auf ausländische Unterstützung verzichtet. „Wir haben den Herstellungsprozess gemeistert“, erklärt Gayane Faye, Leiterin von Sensat.

Das langfristige Ziel ist die vollständige Eigenproduktion von Satelliten in Senegal. Der dritte Satellit soll bereits mit eigener Nutzlast ausgestattet werden, der vierte komplett im Land gebaut werden. Dies soll die Abhängigkeit von ausländischen Dienstleistungen verringern, die derzeit oft nicht bezahlbar sind.

Andere afrikanische Länder verfolgen ähnliche Pläne. Kenia startete 2023 seinen Satelliten Taifa-1 mit einer SpaceX-Rakete. Somalia plant einen eigenen Weltraumbahnhof in Kooperation mit der Türkei. Die Elfenbeinküste hat kürzlich ihre erste Raumfahrtbehörde gegründet.

Experten betonen jedoch, dass der wirtschaftliche und gesellschaftliche Nutzen der Satellitenprogramme im Vordergrund stehen muss. Bessere Satellitendaten sind insbesondere für die Stadtplanung und Umweltüberwachung wichtig, da afrikanische Städte rapide wachsen und der Klimawandel die Landwirtschaft bedroht.