Fossilienfund in Neuseeland dokumentiert urzeitliche Vogelwelt

In einer Höhle nahe Waitomo auf der Nordinsel Neuseelands haben Forscher Fossilien einer längst verschwundenen Vogelgemeinschaft entdeckt. Die Funde stammen aus einer Zeit vor etwa einer Million Jahren und zeigen eine Tierwelt, die durch Vulkanausbrüche und Klimaveränderungen der Eiszeit geprägt wurde.

Geologische Einordnung der Fundschicht

Die Fossilien lagen zwischen zwei Schichten vulkanischer Asche, die eine präzise Datierung ermöglichten. Die untere Schicht gehört zum Ngaroma-Ignimbrit und ist etwa 1,55 Millionen Jahre alt. Darüber befindet sich Asche des Kidnappers-Ausbruchs, der vor rund einer Million Jahren stattfand. Ein Stalagmit, der auf den Sedimenten wuchs, wurde auf 535.000 Jahre datiert.

Das Forschungsteam unter Leitung von Trevor Worthy von der Flinders University und Paul Scofield vom Canterbury Museum veröffentlichte die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Alcheringa. Die klare stratigraphische Einordnung macht den Fundort zur ältesten bekannten Höhle der Nordinsel.

Neuentdeckte Vogelarten und ökologische Veränderungen

Aus den Sedimenten wurden zwölf Vogelarten identifiziert, darunter zwei bisher unbekannte Spezies. Strigops insulaborealis ist ein früher Verwandter des heutigen Kākāpō, unterscheidet sich aber durch schwächere Beinknochen, was auf weniger kletterintensive Lebensweise hindeutet.

Die zweite neue Art, Porphyrio claytongreenei, ist ein großer flugunfähiger Rallenvogel, der nach dem Grundstückseigentümer benannt wurde. Die Forscher diskutieren eine mögliche Verwandtschaft mit dem Takahē und dem ausgestorbenen Moho.

Besonders bemerkenswert ist der Fund eines Taubenfossils, das mit australischen Bronzeflügeltauben verwandt ist – der erste Nachweis dieser Gruppe in Neuseeland. Während die Vogelwelt starken Veränderungen unterlag, blieben vier gefundene Froscharten der Gattung Leiopelma über die Jahrmillionen nahezu unverändert.

Als Hauptursache für den Artenwandel sehen die Forscher den Kidnappers-Ausbruch, der weite Teile der Nordinsel unter Asche begrub, sowie die klimatischen Schwankungen der Eiszeit. Etwa ein Drittel bis die Hälfte der gefundenen Vogelarten taucht in jüngeren Fossilfundstellen nicht mehr auf.

Der heutige Kākāpō überlebte diese Umbrüche, wurde aber später durch eingeschleppte Raubtiere fast ausgerottet. Aktuelle Schutzprogramme haben den Bestand auf 325 Tiere anwachsen lassen.

  • Quelle: https://spacedaily.com/d-a-cave-in-new-zealand-preserved-a-lost-world-from-a-million-years-ago-ancient-parrots-giant-flightles