Bergung von Saturn-V-Triebwerken aus der Tiefsee

Im Jahr 2013 führte eine von Jeff Bezos finanzierte Expedition die Bergung von Überresten der Saturn-V-F-1-Triebwerke aus mehr als 14.000 Fuß Tiefe im Atlantik durch. Ein unter der Korrosion freigelegtes Seriennummernschild verband einen der Schubkammern mit der Apollo-11-Mission, die im Juli 1969 zur ersten bemannten Mondlandung startete.

Die Expedition in der Tiefsee

In einer Tiefe von etwa 4.270 Metern, wo kein Licht mehr eindringt, entdeckten Kameras eines ferngesteuerten Tauchroboters die verstreuten Überreste der Triebwerke, die die ersten Menschen zum Mond brachten. Das Team barg Teile der Rocketdyne-F-1-Triebwerke, die die erste Stufe jeder Saturn-V-Rakete antrieben. Ein einzelnes Triebwerk erzeugte über 1,5 Millionen Pfund Schubkraft und gilt bis heute als das leistungsstärkste Einkammer-Flüssigtreibstofftriebwerk. Fünf dieser Triebwerke sorgten gemeinsam für etwa 7,5 Millionen Pfund Schubkraft beim Start.

Die Bergung wurde privat durch Bezos Expeditions finanziert und von einem Schiff vor der Küste Floridas aus durchgeführt. Die Triebwerke waren beim Aufprall auf die Wasseroberfläche zerbrochen, da die Raketenstufe aus etwa 40 Meilen Höhe abgeworfen wurde. Das Team barg daher keine intakten Triebwerke, sondern verstreute Trümmerteile, die über vier Jahrzehnte im Salzwasser lagen.

Identifikation eines historischen Triebwerks

Die geborgenen Teile wurden zur Reinigung und Konservierung ins Kansas Cosmosphere and Space Center in Hutchinson gebracht. Dort begann die mühsame Arbeit, bei der Korrosion von Hand entfernt wurde. Im Mai 2013 entdeckte ein Restaurator unter UV-Licht die Zahlen „2044“ auf einer Schubkammer. Später wurde dieselbe Nummer auch in das Metall gestempelt gefunden: „Unit No 2044“.

Diese Seriennummer konnte eindeutig einem bestimmten Triebwerk zugeordnet werden. Jeff Bezos erklärte: „2044 ist die Rocketdyne-Seriennummer, die der NASA-Nummer 6044 entspricht, der Seriennummer für F-1-Triebwerk Nr. 5 von Apollo 11.“ Dieses Triebwerk war das mittlere der fünf Triebwerke, die Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins im Juli 1969 vom Startplatz hoben.

Die Identifikation gilt jedoch nur für diese spezifische Schubkammer. Nicht alle geborgenen Teile stammen zwangsläufig von der Apollo-11-Mission. Die Expedition hatte Teile mehrerer F-1-Triebwerke geborgen, die bei verschiedenen Apollo-Missionen eingesetzt wurden. Robert Pearlman, Herausgeber des Raumfahrtgeschichtsportals collectSPACE, warnte damals, dass es verfrüht sei, alle geborgenen Teile der Apollo-11-Mission zuzuordnen.

Ohne die Seriennummer wäre die Bergung lediglich eine beeindruckende Tiefseeoperation geblieben. Mit ihr konnte jedoch das zentrale Triebwerk identifiziert werden, das die erste bemannte Mondlandung ermöglichte.