Am 22. Juni 2017 startete von der NASA-Anlage auf Wallops Island ein ungewöhnlicher Satellit. Mit einer Kantenlänge von unter vier Zentimetern und einem Gewicht von 64 Gramm war KalamSat der leichteste jemals ins All geschickte Satellit. Entwickelt wurde er von dem 18-jährigen Rifath Sharook aus Pallapatti, einer Kleinstadt im indischen Bundesstaat Tamil Nadu.
Wettbewerb mit strengen Vorgaben
Sharook gewann mit seinem Entwurf den Wettbewerb „Cubes in Space“, der von einer Bildungsorganisation mit NASA-Unterstützung ausgerichtet wird. Die Aufgabe bestand darin, ein Experiment zu entwickeln, das in einen winzigen Würfel passt und strenge Gewichtsgrenzen einhält. Aus 86.000 Einsendungen weltweit wurde Sharooks Design ausgewählt.
Der junge Inder war bereits erfahren in Raumfahrtprojekten. Mit 15 Jahren gewann er einen nationalen Wissenschaftspreis für einen Wetterballon mit Heliumfüllung. Zum Zeitpunkt des Wettbewerbs arbeitete er als leitender Wissenschaftler bei Space Kidz India, einer Organisation, die ambitionierte Schüler fördert.
3D-gedruckte Struktur als wissenschaftliche Mission
KalamSat bestand aus einem 3D-gedruckten Strukturmaterial aus verstärktem Kohlefaser-Polymer. Die primäre Mission war der Nachweis, dass dieses Material den Belastungen eines Raketenstarts standhält. Sensoren im Inneren des Würfels maßen Beschleunigung, Rotation und das Erdmagnetfeld.
Der Suborbitalflug dauerte 240 Minuten an Bord einer Terrier-Orion-Forschungsrakete. Während der etwa zwölfminütigen Schwerelosigkeit funktionierte der Satellit wie vorgesehen. Die Datenauswertung bestätigte die Stabilität der 3D-gedruckten Struktur.
2019 folgte mit KalamSat-V2 eine orbitale Version. Die indische Raumfahrtbehörde ISRO brachte den 1,26 Kilogramm schweren Nachfolger mit einer PSLV-Rakete ins All. Als Amateurfunksatellit genutzt, hält er den Rekord als leichtester Satellit im Orbit.
- Quelle: Space Daily
