Ozeanwärme erreicht 2025 neuen Rekordwert

Die oberen 2000 Meter der Ozeane haben im Jahr 2025 schätzungsweise 23 Zettajoule an Wärme aufgenommen. Diese Menge entspricht etwa dem 39-fachen des gesamten Energieverbrauchs der Menschheit im Jahr 2023. Damit wurde zum neunten Mal in Folge ein neuer Höchstwert der Ozeanwärme gemessen, die längste ununterbrochene Serie seit Beginn der Aufzeichnungen.

Messmethoden und Unsicherheiten

Die Schätzung basiert auf einer internationalen Studie des Instituts für Atmosphärenphysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Die Forscher ermittelten die Ozeanwärme durch Temperaturprofile, die Dichte des Meerwassers und dessen Wärmekapazität berücksichtigten. Die Messungen konzentrierten sich auf die oberen 2000 Meter der Ozeane, da die Tiefsee weniger umfassend beobachtet wird.

Die Datenerhebung erfolgt hauptsächlich durch das internationale Argo-Programm, bei dem autonome Messbojen Temperatur und Salzgehalt in verschiedenen Tiefen erfassen. Zusätzlich werden Daten von Schiffen, Verankerungen und anderen Instrumenten genutzt. Trotz dieser Technologien bleibt die Schätzung mit einer Unsicherheit von plus/minus 8 Zettajoule behaftet, da nicht jeder Punkt im Ozean kontinuierlich gemessen werden kann.

Vergleich mit menschlichem Energieverbrauch

Die Zunahme der Ozeanwärme um 23 Zettajoule wurde mit dem globalen Primärenergieverbrauch verglichen. Dieser lag 2023 bei etwa 590 Exajoule, was einem Verhältnis von 39:1 entspricht. Einige Quellen geben aufgrund leicht abweichender Energieverbrauchsdaten ein Verhältnis von 37:1 an. Dieser Vergleich dient lediglich der Veranschaulichung und stellt keine kausale Beziehung zwischen menschlichem Energieverbrauch und Ozeanerwärmung dar.

Die Erwärmung der Ozeane ist hauptsächlich auf den Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre zurückzuführen. Diese verändern das Gleichgewicht zwischen einfallender und abgestrahlter Sonnenenergie, wodurch mehr Wärme im Erdsystem gespeichert wird.

  • Quelle: Institute of Atmospheric Physics, Chinese Academy of Sciences
  • Quelle: Carbon Brief
  • Quelle: Advances in Atmospheric Sciences