Die Venus weist eine der extremsten Oberflächenumgebungen im Sonnensystem auf. Unter einer dichten Wolkendecke herrschen Bedingungen, die für irdische Verhältnisse unvorstellbar sind.
Atmosphärendruck und Temperaturen
Der atmosphärische Druck auf der Venusoberfläche beträgt etwa 92 Bar, was dem 92-fachen des Drucks auf Meereshöhe auf der Erde entspricht. Dieser Druck ist vergleichbar mit dem in 900 Metern Wassertiefe in irdischen Ozeanen. Die durchschnittliche Oberflächentemperatur liegt bei 465°C – ausreichend, um reines Blei zu schmelzen, dessen Schmelzpunkt bei 327,4°C liegt.
Die Atmosphäre besteht zu 96% aus Kohlendioxid. Die dichte CO₂-Schicht erzeugt einen extremen Treibhauseffekt, der die Venus trotz ihrer reflektierenden Wolkendecke heißer macht als Merkur, obwohl sie weiter von der Sonne entfernt ist.
Besonderheiten der Venusatmosphäre
In Bodennähe verhält sich das Kohlendioxid nicht mehr wie ein normales Gas. Aufgrund der hohen Temperaturen und Drücke befindet es sich in einem superkritischen Zustand – einer Zwischenform zwischen Gas und Flüssigkeit. Diese superkritische CO₂-Schicht ist etwa zwölfmal weniger dicht als Wasser, aber deutlich dichter als irdische Gase.
Messungen der ESA zeigen Temperaturunterschiede von etwa 30°C zwischen tieferen und höher gelegenen Regionen. Anders als auf der Erde gibt es jedoch kaum tageszeitliche Temperaturschwankungen, da die dichte Atmosphäre die Wärme effektiv speichert und verteilt.
- Quelle: NASA Venus Fact Sheet
- Quelle: ESA Venus Express Mission
- Quelle: NIST Thermochemical Tables