ESA fördert deutsche Raketenentwickler mit Millionenverträgen

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat zwei deutsche Raumfahrtunternehmen für die European Launcher Challenge ausgewählt. Isar Aerospace und Rocket Factory Augsburg erhalten Fördermittel zur Entwicklung neuer Trägersysteme.

Finanzielle Unterstützung für Raketenentwicklung

Isar Aerospace hat einen Vertrag über rund 200 Millionen Euro mit der ESA unterzeichnet. Das Unternehmen aus Ottobrunn bei München will die Mittel für die Weiterentwicklung seiner Trägerrakete Spectrum, den Ausbau von Test- und Startinfrastruktur sowie die Steigerung der Startfrequenz nutzen. Die ESA fördert damit die europäische Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der Raumtransportdienste.

Rocket Factory Augsburg (RFA) wurde ebenfalls für die zweite Phase des ESA-Programms ausgewählt. Der Vertrag läuft bis Mitte 2029 und unterstützt die Entwicklung der RFA ONE Block 2-Rakete, den Infrastrukturausbau sowie die Vorbereitung einer Serienfertigung. Beide Unternehmen gehören zu den fünf Finalisten der zweiten Runde des Förderprogramms.

Ziele der European Launcher Challenge

Die European Launcher Challenge ist eine Initiative der ESA mit einem Budget von etwa 902 Millionen Euro. Ziel ist die Stärkung europäischer Startkapazitäten durch Förderung des Wettbewerbs unter Raketenanbietern. Bis 2027 sollen neue Trägersysteme für den Orbit-Transport entwickelt werden.

Isar Aerospace verfolgt dabei einen vertikal integrierten Ansatz, der die gesamte Wertschöpfungskette vom Raketenbau bis zur Weltraumbahnhof-Errichtung umfasst. Das 2018 gegründete Unternehmen beschäftigt mittlerweile über 400 Mitarbeiter an fünf internationalen Standorten.

RFA betont die Bedeutung des Programms für die europäische technologische Souveränität. Das Unternehmen arbeitet an kosteneffizienten Startlösungen von europäischen Weltraumbahnhöfen aus. OHB als strategischer Investor unterstützt RFA bei der Entwicklung.