Die NASA hat dem Unternehmen Helicity Space eine frühe Förderung zur Untersuchung eines Fusionsantriebskonzepts gewährt. Der sogenannte Helicity Drive soll laut Entwicklerangaben bemannte Missionen zum Mars in deutlich kürzerer Zeit ermöglichen als konventionelle Antriebe. Die Behörde betont jedoch, dass es sich um ein unerprobtes Konzept handelt.
NIAC-Programm fördert frühe Machbarkeitsstudien
Die Förderung erfolgte im Rahmen des NASA Innovative Advanced Concepts (NIAC)-Programms. Dieses unterstützt ambitionierte Ideen in frühen Entwicklungsphasen. Helicity Space erhielt einen Phase-I-Zuschuss von maximal 175.000 US-Dollar als Teil einer Gesamtfördersumme von 2,625 Millionen Dollar für 15 ausgewählte Konzepte.
Die neunmonatige Studie mit dem Titel „Fusion-Enabled Comprehensive Exploration of the Heliosphere“ untersucht die physikalischen Grundlagen, technischen Grenzen und potenziellen Missionen des Antriebskonzepts. Ein Wechsel in spätere NIAC-Phasen ist nicht automatisch gewährleistet.
Wissenschaftliche Missionen als primärer Fokus
Die Referenzmission der Studie sieht keine bemannte Marsreise vor. Stattdessen schlägt Helicity Space eine Konstellation von sechs Robotersonden vor, die verschiedene Regionen der Heliosphäre und des lokalen interstellaren Mediums erforschen sollen. Ein leistungsfähiger Antrieb würde den Sonden ermöglichen, gezielt zu beschleunigen, zu bremsen und erneut zu beschleunigen.
Erst bei erfolgreicher Validierung der Technologie könnte das Konzept für kürzere Marsmissionen angepasst werden. Die NASA weist ausdrücklich darauf hin, dass NIAC-Studien keine offiziellen Missionsentscheidungen darstellen.
Technische Grundlagen des Helicity Drive
Der Antrieb basiert auf magneto-inertialer Fusion, einer Zwischenform zwischen kontinuierlich eingeschlossenen Plasmen und schnell komprimierten Targets. Das Konzept umfasst vier Stufen:
- Plasmakanonen erzeugen magnetisierte, verdrehte Strukturen
- Diese verschmelzen zu einem Strahl mit Freisetzung magnetischer Energie
- Magnetspulen komprimieren das Plasma zu Fusionsbedingungen
- Das heiße Plasma expandiert durch eine magnetische Düse und erzeugt Schub
Das Unternehmen argumentiert, dass ein gepulstes System bereits vor Erreichen der Nettoenergiegewinnung Schub produzieren könnte. Aktuelle Tests mit dem ECLAIR-Experiment untersuchen die Plasmafusion im Labormaßstab, nicht unter Flugbedingungen.
- Quelle: NASA NIAC Program Announcement, Januar 2025
- Quelle: American Physical Society Conference Abstracts, 2023