NASA führt Tests zu Wechselwirkungen zwischen Landetriebwerken und Mondoberfläche durch

Im Rahmen der Vorbereitungen für die Artemis-Missionen hat die NASA eine Reihe von Tests gestartet, um die Wechselwirkungen zwischen den Triebwerken von Mondlandern und der Oberfläche des Mondes zu untersuchen. Die Versuche finden in einer 60 Fuß großen Vakuumkammer im Langley Research Center in Hampton, Virginia, statt. Ziel ist es, die Auswirkungen von Triebwerksstrahlen auf Mondstaub, -boden und -gestein besser zu verstehen, um zukünftige Mondlandungen sicherer und effizienter zu gestalten.

Testaufbau und Durchführung

Die Tests werden in einer massiven Vakuumkammer durchgeführt, die die Bedingungen auf dem Mond simuliert. Dabei kommen zwei verschiedene Antriebssysteme zum Einsatz. Das erste System, entwickelt vom Stennis Space Center und betrieben von der Purdue University, erzeugt einen Ethan-Strahl mit einer Schubkraft von etwa 100 Pfund. Dieser Strahl wird auf eine mit simuliertem Mondregolith gefüllte Testfläche gerichtet. Der Regolith, genannt Black Point-1, besitzt ähnliche Eigenschaften wie das Material auf der Mondoberfläche.

Während der Tests, die jeweils nur etwa sechs Sekunden dauern, werden verschiedene Parameter gemessen. Dazu gehören die Bildung von Kratern, die Höhe und der Winkel des ausgeworfenen Materials sowie die Geschwindigkeit der Regolithpartikel. Die Daten werden mit Hilfe von Instrumenten wie den Stereo Cameras for Lunar Plume Surface Studies (SCALPSS) erfasst, die bereits bei der Blue Ghost Mission-1 von Firefly Aerospace im Jahr 2025 eingesetzt wurden.

Zukünftige Anwendungen und Mars-Missionen

Die Tests sind nicht nur für Mondmissionen relevant, sondern sollen auch die Vorbereitung für zukünftige Marslandungen unterstützen. Das modulare Design der Testanlage ermöglicht es, den Mondregolith durch Mars-Simulatoren zu ersetzen und die Hardware an die Anforderungen von Marslandern anzupassen. Die Vakuumkammer kann zudem so eingestellt werden, dass sie den atmosphärischen Druck auf dem Mars simuliert.

Ashley Korzun, Leiterin der Tests am Langley Research Center, betont die Bedeutung der Versuche für die Sicherheit von Astronauten und den Erfolg zukünftiger Missionen. Die gewonnenen Daten sollen dazu beitragen, prädiktive Modelle zu verbessern und das Design von Raumfahrzeugen zu optimieren. Neben der NASA sind auch akademische Einrichtungen und kommerzielle Partner an dem Projekt beteiligt.

Die Artemis-Missionen der NASA zielen darauf ab, ab 2028 wieder Menschen auf den Mond zu bringen und eine nachhaltige Präsenz auf der Mondoberfläche zu etablieren. Die Erkenntnisse aus den aktuellen Tests werden dabei eine wichtige Rolle spielen, um die Herausforderungen bei der Landung auf dem Mond und später auf dem Mars zu bewältigen.

  • Quelle: NASA Langley Research Center
  • Quelle: NASA Artemis Program