Astronomen haben fünf Millionen Sterne nach Anzeichen für künstliche Megastrukturen, sogenannte Dyson-Sphären, durchsucht. Sieben rote Zwergsterne zeigten dabei ungewöhnliche Infrarotsignaturen. Neue Beobachtungen mit dem James-Webb-Weltraumteleskop liefern nun Erklärungen für zwei dieser Fälle.
Zwei Kandidaten als optische Täuschung entlarvt
Die Untersuchungen mit dem Webb-Teleskop zeigen, dass zwei der sieben Kandidaten auf eine zufällige Überlagerung mit weit entfernten Galaxien zurückgehen. In beiden Fällen steht ein roter Zwergstern fast genau vor einer staubigen Galaxie. Das Wide-field Infrared Survey Explorer (WISE) der NASA konnte diese Paare nicht auflösen und ordnete die Infrarotstrahlung der Galaxien fälschlich den Sternen zu.
Die Webb-Beobachtungen aus dem Juli 2026 zeigen deutlich beide Komponenten. Bei einem der Objekte handelt es sich wahrscheinlich um eine Galaxie mit einem supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum. Die Daten wurden als Preprint veröffentlicht und durchlaufen noch den Peer-Review-Prozess.
Fünf ungeklärte Fälle bleiben
Fünf der ursprünglich sieben Kandidaten aus dem Projekt Hephaistos konnten noch nicht abschließend erklärt werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es sich um Hinweise auf außerirdische Technologie handelt. Weitere Beobachtungen sind notwendig, um natürliche Erklärungen auszuschließen.
Die Suche nach Dyson-Sphären basiert auf einem Konzept des Physikers Freeman Dyson aus dem Jahr 1960. Eine fortgeschrittene Zivilisation könnte demnach eine Ansammlung von Energiekollektoren um ihren Stern bauen, die einen Teil des Lichts absorbieren und als Wärme wieder abgeben. Dies würde zu einem charakteristischen Infrarotüberschuss führen.
Natürliche Phänomene wie Staubscheiben um junge Sterne oder Kollisionen von Himmelskörpern können ähnliche Signale erzeugen. Die sieben identifizierten roten Zwergsterne zeigten jedoch Eigenschaften, die sich nicht leicht mit bekannten astrophysikalischen Prozessen erklären ließen.
Alle sieben Objekte befinden sich innerhalb von etwa 980 Lichtjahren Entfernung. Ihre Infrarotemission machte 7% bis 17% der Gesamtleuchtkraft aus – ein Wert, der sowohl zu ungewöhnlich starken Staubscheiben als auch zu hypothetischen Energiekollektoren passen würde.
Die Webb-Beobachtungen demonstrieren die Grenzen früherer Himmelsdurchmusterungen. WISE konnte Objekte nicht trennen, die weniger als sechs Bogensekunden auseinander liegen. Das Webb-Teleskop mit seiner höheren Auflösung ist in der Lage, solche Fälle aufzuklären.
- Quelle: Preprint-Studie zur Webb-Beobachtung (Juli 2026)
- Quelle: Projekt Hephaistos in Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (2024)