Deimos: Einzelner Asteroideneinschlag formte Marsmond nachhaltig

Eine neue Studie in Nature Astronomy liefert Hinweise darauf, dass der Marsmond Deimos seine charakteristische Oberflächenstruktur einem einzigen großen Einschlag verdankt. Demnach formte ein etwa 300 Meter großer Asteroid die südpolare Senke und überdeckte gleichzeitig weite Teile des Mondes mit Auswurfmaterial.

Kollision mit weitreichenden Folgen

Deimos, der äußere und kleinere der beiden Marsmonde, weist einen Durchmesser von etwa 12 Kilometern auf. Auffällig ist eine rund 10 Kilometer breite Senke am Südpol, während der Rest der Oberfläche ungewöhnlich glatt erscheint. Computermodelle eines Forschungsteams der Universität Bern unter Leitung von Sabina Raducan zeigen, dass beide Merkmale auf denselben Einschlag zurückgehen könnten.

Die Simulationen deuten auf einen Asteroiden von 320 ± 25 Metern Durchmesser hin, der mit etwa 8,2 km/s in einem Winkel von 45 ± 15 Grad aufschlug. Dieser Impakt war stark genug, um die südpolare Depression zu formen, aber nicht so energiereich, dass er Deimos vollständig zerstörte. Etwa 10-20% der ausgeworfenen Masse verteilte sich über die gesamte Mondoberfläche und bildete eine bis zu 200 Meter dicke Schicht aus Lockermaterial.

Poröser Rubble-Pile ähnlich Asteroiden

Die Analyse der Kraterform liefert Hinweise auf die mechanischen Eigenschaften von Deimos. Die flache Wölbung der südpolaren Senke deutet auf extrem lockeres Oberflächenmaterial mit einer Kohäsion von nur etwa 1 Pascal hin – deutlich weniger als bei Mondregolith. Die durchschnittliche Oberflächenneigung beträgt etwa 10 Grad, vergleichbar mit kleinen Asteroiden.

Die geringe Dichte von Deimos (1.465 ± 51 kg/m³) weist auf eine Porosität von 40-50% hin. Diese hohe Porosität erklärt, warum der Mond den Einschlag überstand: Die inneren Hohlräume konnten einen Großteil der Einschlagsenergie absorbieren, indem sie kollabierten. Damit ähnelt Deimos in seiner Struktur Rubble-Pile-Asteroiden wie Bennu oder Ryugu.

  • Quelle: Raducan, S. et al. (2026). „A singular large impact explains the peculiar geomorphology of Deimos“. Nature Astronomy
  • Daten der ESA-Mission Hera (2025 Mars-Vorbeiflug)