Ein internationales Forscherteam hat eine bisher unbekannte Population von Radiogalaxien identifiziert, deren zentrale Schwarze Löcher ihre Aktivität eingestellt haben. Die Entdeckung liefert neue Erkenntnisse über die späten Entwicklungsstadien dieser Galaxien.
Beobachtung abklingender Radiostrahlung
Die Wissenschaftler untersuchten 14 Galaxienkandidaten im sogenannten XMM-LSS-Feld, einem Himmelsausschnitt, der intensiv mit dem Röntgenteleskop XMM-Newton beobachtet wurde. Mit Hilfe des südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskops, des Jansky Very Large Array und des europäischen LOFAR-Netzwerks analysierten sie die Radiostrahlung der Galaxien.
Dabei bestätigte sich, dass es sich bei 12 der 14 Objekte um sogenannte Rest-Radiogalaxien handelt. Diese befinden sich in einem Stadium, in dem die zentralen supermassereichen Schwarzen Löcher keine neuen Plasmajets mehr aussenden. Die vorhandenen Radiostrukturen klingen langsam ab, da sie nicht mehr durch neue Teilchen aufgefüllt werden.
Junge Überreste mit unterschiedlichen Entwicklungsstadien
Die Untersuchung ergab, dass die beobachteten Rest-Radiogalaxien zwischen 8 und 42 Millionen Jahre alt sind, mit einem Durchschnittsalter von 12 Millionen Jahren. Diese Werte liegen deutlich unter bisher bekannten Altersschätzungen für solche Objekte. Die Entdeckung deutet darauf hin, dass es eine bisher übersehene Population kurzlebiger Rest-Radiogalaxien geben könnte.
Die Galaxien zeigen verschiedene Entwicklungsstadien: Bei einigen wurden die Jets erst kürzlich abgeschaltet, während andere bereits seit längerer Zeit inaktiv sind. Diese Bandbreite ermöglicht Einblicke in den gesamten Prozess des „Abschaltens“ der galaktischen Aktivität.
Die Ergebnisse wurden am 14. Juli in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht. Sie tragen zum besseren Verständnis der Lebenszyklen von Radiogalaxien und der Rolle supermassereicher Schwarzer Löcher bei deren Entwicklung bei.
- Quelle: Space.com
