Der interstellare Komet 3I/ATLAS weist eine deutlich höhere Konzentration von schwerem Wasserstoff in seinem Wasser auf als typische Kometen unseres Sonnensystems. Messungen ergaben einen Deuterium-zu-Wasserstoff-Wert, der etwa 30-mal über dem Durchschnitt liegt.
Herkunft und Entdeckung
Das Objekt wurde am 1. Juli 2025 vom ATLAS-Teleskop in Chile entdeckt. Bahnanalysen bestätigten, dass es sich um den dritten bekannten interstellaren Besucher nach 1I/’Oumuamua und 2I/Borisov handelt. Im Gegensatz zu ‚Oumuamua entwickelte 3I/ATLAS eine deutlich sichtbare Koma aus ausgasendem Material.
Der Komet passierte sein Perihel am 29. Oktober 2025 in einer Entfernung von 1,36 Astronomischen Einheiten von der Sonne. Beobachtungen mit dem ALMA-Radioteleskop sechs Tage nach dem Perihel ermöglichten die Analyse der chemischen Zusammensetzung.
Isotopenverhältnis als Temperaturindikator
Das Deuterium-zu-Wasserstoff-Verhältnis (D/H) im Wasser des Kometen betrug 0,98 Prozent. Dieser Wert liegt deutlich über dem Durchschnittswert von 0,029 Prozent bei Kometen unseres Sonnensystems und deutet auf Entstehungsbedingungen bei extrem niedrigen Temperaturen unter 30 Kelvin hin.
Die Messungen erfolgten durch die Analyse von HDO-Molekülen (semi-schweres Wasser) bei 241,561 GHz. Die Produktionsrate von Wasser wurde auf etwa 1,6 × 1029 Moleküle pro Sekunde geschätzt. Die hohe Deuterium-Konzentration bleibt selbst unter konservativen Annahmen signifikant erhöht.
Die Daten legen nahe, dass das Eis des Kometen in einer extrem kalten Umgebung außerhalb unseres Sonnensystems entstanden ist. Die genaue Herkunft und die Dauer seiner Reise durch den interstellaren Raum bleiben jedoch unbekannt.
- Nature Astronomy (2026): Isotopenanalyse von 3I/ATLAS
- NASA: Bahndaten und Entdeckungsmeldung
- ALMA-Beobachtungsbericht (2025)
- James Webb Space Telescope: Follow-up-Messungen