ESA stoppt Entwicklung der Ariane-6-Block-3-Version

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat bestätigt, dass sie die geplanten Block-3-Upgrades für die Ariane-6-Rakete nicht weiterverfolgt. Laut einer Stellungnahme der ESA gibt es derzeit „keinen Programmbedarf oder eine Rechtfertigung“ für diese Weiterentwicklung.

Auswirkungen auf geplante Missionen

Bereits Anfang des Monats waren Fragen aufgekommen, nachdem Berichte auftauchten, dass die Ariane-6-Block-2-Version die letzte große Entwicklungsstufe der Rakete bleiben soll. Dies hat direkte Konsequenzen für geplante Missionen wie die Enceladus-Sonde, die ursprünglich für die leistungsfähigere Block-3-Variante mit vier Boostern (Ariane 64) konzipiert war. Ein zentrales Element der nun gestoppten Weiterentwicklung war die geplante ICARUS-Oberstufe aus Leichtbaumaterialien.

Die ESA betont jedoch, dass bereits eingeführte Verbesserungen wie die P160C-Booster und eine leichtere Vulcain-Aft-Bay die Leistungsfähigkeit der Rakete steigern werden. Ab 2029 soll zudem das Astris-Orbitaltransferfahrzeug zusätzliche Fähigkeiten für das Ariane-6-System bereitstellen.

Finanzierung und zukünftige Entwicklungen

Während die ESA kurzfristig keine weiteren Entwicklungen der Ariane-6-Oberstufe plant, bleibt die Möglichkeit zukünftiger Anpassungen offen. Ein Sprecher erklärte, dass die Rakete weiterentwickelt werde, sobald neue Missionsanforderungen dies rechtfertigen. Insbesondere im Zusammenhang mit bemannter Raumfahrt könnten zukünftige Upgrades notwendig werden.

Die Entscheidung gegen die Block-3-Version fiel während des ESA-Ministerratstreffens im November 2025. Von den beantragten 304,4 Millionen Euro für Ariane-6-Anpassungen wurden nur 145,94 Millionen Euro bewilligt, was einem Defizit von 52 Prozent entspricht. Die ESA führt die Entscheidung gegen ICARUS jedoch nicht direkt auf die Finanzierungslücke zurück, sondern auf fehlenden Programmbedarf.

Die ICARUS-Oberstufe hätte umfangreich Kohlefaser-Verbundwerkstoffe genutzt, die im Rahmen des ESA-Technologieprogramms entwickelt wurden. Noch im Oktober 2025 hatte die ESA mögliche Anwendungen dieser PHOEBUS-Tanks für die Ariane 6 in Betracht gezogen.