Die NASA hat die Rettungsmission für das alternde Swift-Observatorium abgebrochen. Das Weltraumteleskop wird nun später in diesem Jahr in der Atmosphäre verglühen. Die Entscheidung wurde am Mittwoch bekannt gegeben, nachdem das Rettungsraumschiff Link des Unternehmens Katalyst Space Technologies technische Probleme entwickelt hatte.
Fehlgeschlagener Rettungsversuch
Die NASA hatte Katalyst Space Technologies mit 30 Millionen US-Dollar beauftragt, das Teleskop in eine höhere und stabilere Umlaufbahn zu bringen. Grund für die Rettungsmission war die beschleunigte Abnahme der Orbithöhe durch intensive Sonnenaktivität. Der Start des Rettungsraumschiffs Link erfolgte Anfang Juli, doch wenige Wochen später geriet es in eine unkontrollierbare Rotation. Obwohl die Flugkontrolleure die Rotation verlangsamen konnten, blieben Probleme bei der Ausrichtung und Positionierung bestehen.
Swift war 2004 gestartet worden und befindet sich derzeit in einer Höhe von 345 Kilometern. Ursprünglich umkreiste es die Erde in 600 Kilometern Höhe. Die wissenschaftlichen Instrumente des Teleskops wurden bereits früher in diesem Jahr abgeschaltet, um den Abstieg zu verlangsamen.
Auswirkungen auf zukünftige Missionen
Das Scheitern der Rettungsmission hat Konsequenzen für andere Weltraumteleskope. Das Hubble-Weltraumteleskop, das seit 36 Jahren im Einsatz ist, verliert ebenfalls an Höhe und wäre der nächste Kandidat für eine Rettungsmission gewesen. Ob solche Pläne nun aufgegeben werden müssen, ist noch unklar.
Katalyst Space Technologies wird den Link-Satelliten weiterhin in der Nähe von Swift betreiben, um Technologien für zukünftige Rettungseinsätze zu testen. Das Unternehmen betonte, trotz des Misserfolgs wertvolle Erkenntnisse gewonnen zu haben. Die Mission war in weniger als einem Jahr geplant worden und galt von Anfang an als hochriskant.
NASA-Administrator Jared Isaacman erklärte, das Ergebnis ändere nichts daran, dass der Versuch gerechtfertigt gewesen sei. Swift hat in über 20 Jahren Dienstzeit einige der energiereichsten Phänomene des Universums beobachtet, darunter Gammastrahlenausbrüche und Supernovae. Der endgültige Wiedereintritt in die Atmosphäre wird nicht vor Oktober erwartet.
- Quelle: phys.org