Erster stellarer Schwarzer Löcher in Omega Centauri nachgewiesen

Ein Forschungsteam der University of Utah hat 2026 erstmals ein stellar-massives Schwarzes Loch im Kugelsternhaufen Omega Centauri identifiziert. Der Nachweis gelang durch die Analyse der Bahnbewegung eines sichtbaren Sterns, der ein unsichtbares Objekt mit etwa 4,5 Sonnenmassen umkreist. Das System trägt die Bezeichnung oMEGACat BH-2.

Lange gesuchte Population Schwarzer Löcher

Omega Centauri ist der massereichste Kugelsternhaufen der Milchstraße mit rund 10 Millionen Sternen auf engem Raum. Dynamische Modelle sagen voraus, dass sich dort tausende stellar-massive Schwarze Löcher befinden müssten, die aus dem Kollaps früher massereicher Sterne entstanden sind. Bislang war jedoch keines dieser Objekte direkt nachweisbar.

Die NASA verweist auf Simulationen, die etwa 10.000 solcher Schwarzen Löcher in Omega Centauri erwarten lassen. Die tatsächliche Anzahl hängt jedoch von mehreren Faktoren ab, darunter den Entstehungsbedingungen und der Dynamik des Haufens. Die meisten dieser Objekte bleiben unsichtbar, da sie kein Material akkretieren und daher keine Strahlung emittieren.

Astrometrie als Nachweismethode

Das Team um Matthew Whitaker nutzte Positionsmessungen über 23 Jahre, um das Schwarze Loch indirekt nachzuweisen. Die Daten stammen vom Hubble-Weltraumteleskop (2002-2023) und dem James-Webb-Weltraumteleskop (2024-2025). Insgesamt wurden 351 Hubble-Aufnahmen ausgewertet.

Der Begleitstern ist ein Hauptreihenstern mit 0,78 Sonnenmassen. Seine Bewegung zeigte eine deutliche Bahnkrümmung, die auf ein unsichtbares Objekt mit 4,46 Sonnenmassen schließen lässt. Die Umlaufperiode beträgt etwa 94 Jahre bei einer hohen Exzentrizität von 0,72. Entscheidend war die Beobachtung der Periastron-Passage, bei der die Bahnkrümmung am deutlichsten ist.

Die gemessene Masse schließt Neutronensterne als Erklärung aus, da diese maximal 2,3 Sonnenmassen erreichen. Damit handelt es sich um den ersten direkten Nachweis eines stellar-massiven Schwarzen Lochs in Omega Centauri.

  • Quelle: Whitaker et al., The Astrophysical Journal Letters (2026)
  • Quelle: NASA Pressemitteilung (2026)