Am 7. Dezember 1995 führte die NASA mit der Galileo-Mission das bisher einzige direkte Experiment in der Atmosphäre des Jupiter durch. Eine 337 Kilogramm schwere Sonde trat mit 47,4 Kilometern pro Sekunde in die oberen Schichten des Gasplaneten ein.
Technische Daten der Mission
Die Galileo-Sonde überstand eine Verzögerung von etwa 228 g, öffnete ihren Fallschirm und übermittelte 57,6 Minuten lang wissenschaftliche Daten an den Orbiter. Die Messungen endeten, als der Funkkontakt in etwa 180 Kilometern Tiefe bei einem Druck von 22,7 Atmosphären abbricht. Die vollständige Zerstörung der Sonde erfolgte schätzungsweise mehrere Stunden später.
Während des Abstiegs sammelten sechs Instrumente Daten zu Druck, Temperatur, Winden, Lichtverhältnissen, Blitzen, Radiowellen, Wolkenpartikeln und Gaszusammensetzung. Die Geschwindigkeit verringerte sich von anfangs 400 Metern pro Sekunde auf etwa 30 Meter pro Sekunde gegen Ende der Messungen.
Einschränkungen der gewonnenen Daten
Die Messungen erfolgten in einer speziellen Atmosphärenregion bei 6,5 Grad nördlicher Breite – einem sogenannten „Fünf-Mikron-Hotspot“. Diese Gebiete zeichnen sich durch aufsteigende Luftströme und geringere Wolkenbildung aus. Analysen zeigten, dass die Wasserstoffkonzentration in diesem Bereich unter drei Prozent der solaren Häufigkeit lag.
Spätere Beobachtungen des Galileo-Orbiters bestätigten, dass es sich um eine ungewöhnlich trockene Region handelt. Andere Teile der Jupiter-Atmosphäre weisen deutlich höhere Feuchtigkeitswerte auf. Die gewonnenen Daten stellen daher nur eine lokale Momentaufnahme dar und lassen keine allgemeingültigen Rückschlüsse auf den gesamten Planeten zu.
- NASA Mission Chronology
- Journal of Geophysical Research: Nephelometer-Analyse
- Icarus: Analyse der Zusammensetzungsdaten
- Planetary Data System: Galileo-Atmosphärenmessungen