VR-Technologie erforscht psychische Gesundheit bei Langzeitraumfahrt

Forscher der Texas A&M University haben eine Studie durchgeführt, die sich mit den psychischen Auswirkungen von Isolation auf Astronauten befasst. Die Untersuchung nutzte Virtual-Reality-Technologie in Kombination mit multisensorischen Elementen wie Gerüchen.

Studienaufbau und Methodik

Die Forschungsgruppe unter Leitung von Diaz Artiles untersuchte zwei Wochen lang Besatzungsmitglieder eines US-Marine-Schiffs. Die Probanden erhielten HTC Vive Pro Eye-Headsets mit realitätsnahen Simulationen wie Strandspaziergängen oder Parkbesuchen. Ein spezieller Geruchsgenerator setzte passende Düfte wie Erde oder Vegetation frei, um die Immersion zu verstärken.

Die Entwicklung des Systems dauerte vier Jahre. Die Marineumgebung wurde gewählt, weil sie den Bedingungen in einem Raumschiff über längere Zeiträume ähnelt. Die Studie erschien im Fachjournal Frontiers in Psychology.

Anwendungsmöglichkeiten über die Raumfahrt hinaus

Erste Ergebnisse zeigen, dass die VR-Nutzung mit zusätzlichen Sinneseindrücken negative Emotionen reduzierte und positive verstärkte. Die Technologie könnte nicht nur Astronauten helfen, sondern auch Marineangehörige auf U-Booten oder langzeitkrankenhauspatienten.

Die NASA sieht Bedarf für solche Lösungen, da bei Marsmissionen herkömmliche Methoden wie Echtzeit-Kommunikation mit der Familie nicht möglich sein werden. Die Studie zeigt, dass VR-Erlebnisse mit multisensorischer Stimulation psychologische Vorteile bieten können, selbst wenn die Nutzer wissen, dass es sich um Simulationen handelt.

  • Quelle: Frontiers in Psychology (2026). DOI: 10.3389/fpsyg.2026.1769314
  • Texas A&M University