Bild: NASA
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NASA-Teleskope erstellen mehrschichtiges Bild des Tarantelnebels

Ein neues Kompositbild kombiniert Beobachtungen des 30 Doradus-Nebels, auch bekannt als Tarantelnebel, aus drei NASA-Teleskopen. Die Aufnahmen des Chandra-Röntgenobservatoriums, des James-Webb-Weltraumteleskops und des Hubble-Weltraumteleskops zeigen unterschiedliche Aspekte der Sternentstehungsregion in der Großen Magellanschen Wolke.

Multispektraler Ansatz offenbart neue Details

Die 160.000 Lichtjahre von der Erde entfernte Region enthält tausende junge Sterne in einer komplexen Struktur aus Gas und Staub. Die blaue Schicht des Bildes stammt von Chandra und zeigt Röntgenstrahlung von Gas, das durch Sternwinde auf Millionen Grad erhitzt wurde. Infrarotdaten von Webb erscheinen in Rot und machen kühleren Staub sowie junge Sterne sichtbar. Grüne Bereiche stammen von Hubble und zeigen wärmeres Wasserstoffgas.

Die kombinierte Darstellung deckt eine Diskrepanz zwischen theoretischen Vorhersagen und Beobachtungen auf: Die gemessene Röntgenemission liegt deutlich unter den Erwartungen. Dies wirft Fragen zum Energiehaushalt des Nebels auf.

Energieverlustmechanismen im Tarantelnebel

Eine Studie im Astrophysical Journal analysiert mögliche Ursachen für den unerwartet geringen Energiegehalt. Demnach tritt etwa die Hälfte des heißen Gases durch die Hüllen der Gas-Staub-Strukturen aus. Zusätzlich vermischt sich heißes mit kühlerem Gas, was zu einer Temperaturabsenkung führt. Computersimulationen deuten zudem auf Wärmeleitung zwischen heißem Gas und kühleren Schalenbereichen hin.

Die Forschungsarbeit unter Leitung von Jennifer Rodriguez von der Ohio State University nutzte zusätzlich Daten des inzwischen außer Dienst gestellten Spitzer-Weltraumteleskops. Die Ergebnisse zeigen, wie komplexe Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Materiezuständen die Entwicklung von Sternentstehungsregionen beeinflussen.

  • Quelle: NASA Pressemitteilung vom 11.08.2026
  • Studie: Rodriguez et al., Astrophysical Journal
  • Bildverarbeitung: NASA/CXC/SAO/P. Edmonds