SpaceX erweitert Rolle in US-Raketenabwehrprogrammen

Die US-Raumfahrtfirma SpaceX festigt ihre Position als zentraler Zulieferer für Satellitennetzwerke und Kommunikationsinfrastruktur im Raketenabwehrsystem des Pentagon. Neben ihrer dominierenden Rolle im militärischen Raketenstartgeschäft erhält das Unternehmen zunehmend Aufträge für Raumfahrtkomponenten.

Milliardenaufträge für Satellitennetzwerke

Die US Space Force vergab in diesem Jahr drei Großaufträge an SpaceX mit einem Gesamtvolumen von etwa 8,1 Milliarden Dollar. Im Mai erhielt das Unternehmen einen 2,29-Milliarden-Dollar-Vertrag zum Aufbau des Space Data Network. Dieses Kommunikationsnetz in niedriger Erdumlaufbahn soll Daten zwischen militärischen Sensoren, Kommandosystemen und Waffen übertragen. Ein funktionsfähiger Prototyp ist bis Ende 2027 geplant.

Kurz darauf folgte ein 4,16-Milliarden-Dollar-Auftrag für die erste Satellitenkonstellation des AMTI-Programms (Airborne Moving Target Indicator). Diese Satelliten sollen Flugzeuge und andere Luftziele aus dem Orbit verfolgen. Im Juli bestellte die Space Force zusätzlich 18 Falcon-9-Starts im Wert von 1,6 Milliarden Dollar zur Aussetzung von Aufklärungssatelliten.

Integration von Entwicklung und Start

SpaceX führt unter der Marke Starshield verschiedene militärische Raumfahrtaktivitäten zusammen. Das Unternehmen entwickelt Satellitenbusse, optische Kommunikationsterminals und startet die Raumfahrzeuge mit eigenen Raketen. Diese vertikale Integration ermöglicht eine bessere Abstimmung von Produktion, Startplanung und Konstellationsaufbau im Vergleich zu traditionellen Beschaffungsmodellen.

Die Space Force betont dennoch das Ziel, mehrere Anbieter einzubinden. Neben SpaceX erhielten Rocket Lab, Systems & Technology Research und ein weiteres Unternehmen Aufträge im Umfang von 615 Millionen Dollar für alternative Ansätze im AMTI-Programm. Damit soll die Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten vermieden werden.

Die Beschaffungsentscheidungen der Space Force priorisieren derzeit verfügbare Technologien, niedrige Entwicklungskosten und kurze Lieferfristen. Angesichts des ambitionierten Zeitplans für das Space Data Network bis 2027 bleibt wenig Spielraum für technologische Risiken.