Die NASA verfügt über ein Archiv von mehr als 150 Petabyte an Daten aus jahrzehntelanger Raumfahrtforschung. Im Rahmen der White-House-Initiative „Genesis Mission“, die im November 2025 gestartet wurde, soll künstliche Intelligenz helfen, bislang unentdeckte Erkenntnisse in diesen riesigen Datensätzen zu finden.
Regierungsweite KI-Initiative mit NASA-Beteiligung
Die Genesis Mission wurde am 24. November 2025 durch eine Exekutivanordnung von Präsident Trump ins Leben gerufen. Das Programm wird vom White House Office of Science and Technology Policy geleitet und nutzt Infrastruktur des Energieministeriums. Über 15 Bundesbehörden sind beteiligt, darunter die NASA, das Verteidigungsministerium und die National Institutes of Health. Bis Juli 2026 wurden 278 Projekte mit einem Budget von über fünf Milliarden Dollar ausgewählt.
Grundlage ist das „American Science and Security Platform“ des Energieministeriums, das Forschern verschiedener Behörden Zugang zu gemeinsamen Daten, Rechenleistung und KI-Werkzeugen bietet. Die Initiative wird in ihrer Bedeutung mit dem Manhattan-Projekt und dem Apollo-Programm verglichen, befindet sich aber noch in der Aufbauphase.
NASA-Ziele: Schnellere Entwicklung und Datenanalyse
NASA-Administrator Jared Isaacman nennt zwei Hauptziele der Beteiligung: Zum einen soll die Entwicklung von Raumfahrzeugen, Kommunikationssystemen und Oberflächenoperationen beschleunigt werden. Zum anderen soll KI helfen, die mehr als 150 Petabyte an historischen Missionsdaten aus Teleskopen, Satelliten und Forschungsprojekten auszuwerten.
Viele dieser Daten wurden nie vollständig analysiert, da ihre Menge manuelle Auswertung unmöglich macht. Die NASA erhofft sich durch KI neue Querverbindungen zwischen verschiedenen Missionen und Forschungsgebieten zu entdecken. Dabei geht es nicht nur um effizientere Verwaltung, sondern auch um die Überwindung grundlegender technischer Grenzen der Raumfahrt.
Ob die KI-Analyse tatsächlich neue Entdeckungen liefert oder nur bekannte Vermutungen bestätigt, bleibt abzuwarten. Die NASA betont jedoch das Potenzial, Erkenntnisse aus bereits vorhandenen, aber unzureichend ausgewerteten Daten zu gewinnen.
- Quelle: Space Daily – Originalartikel