Die europäische Satellitenbranche hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Die Planungsphase für das IRIS²-Programm ist abgeschlossen, die Umsetzung beginnt. Eutelsat wird als Hauptauftragnehmer die Entwicklung und den Betrieb der LEO-Konstellation verantworten.
Technische Merkmale und Zeitplan
Das IRIS²-System kombiniert eine geneigte Orbitalarchitektur mit Beamforming-Antennen und 5G-NTN-Technologie. Durch dynamische Kapazitätssteuerung soll eine höhere Datenübertragungsrate bei gleichzeitig effizienterer Ressourcennutzung erreicht werden. Faseroptische Intersatellitenverbindungen erhöhen die Ausfallsicherheit und verringern die Abhängigkeit von Bodenstationen.
Die Konstellation umfasst 264 Satelliten mit Dual-Mil-Ka/Ku-Band sowie 66 weitere Satelliten mit Mil-Ka-Band. Die ersten Ka-Band-Satelliten sollen ab 2029 starten, das kommerzielle Ku-Band-LEO-Netz wird Mitte 2032 voll einsatzbereit sein. Parallel plant Eutelsat die Erweiterung der bestehenden OneWeb-Konstellation um 229 zusätzliche Satelliten bis 2034.
Investitionen und wirtschaftliche Aspekte
Eutelsat investiert 2,23 Milliarden Euro in die gemeinsame IRIS²-Infrastruktur und weitere 1,16 Milliarden Euro in kommerzielle Komponenten. Die Ausgaben sind auf den Zeitraum 2027 bis 2034 verteilt. Das Unternehmen rechnet mit Einnahmen von über 10 Milliarden Euro zwischen 2032 und 2040.
Die industrielle Umsetzung erfolgt durch ein europäisches Konsortium unter Beteiligung von Airbus Defence and Space, Thales Alenia Space und Aerospacelab. Das Projekt stärkt die europäische Raumfahrtindustrie und sichert die technologische Souveränität im Bereich satellitengestützter Kommunikation.
- Quelle: SATNow