Bild: NASA
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New Horizons erreicht Arrokoth – Ein Blick in die Frühzeit des Sonnensystems

Am 1. Januar 2019 passierte die NASA-Raumsonde New Horizons das Kuipergürtel-Objekt Arrokoth in einer Entfernung von etwa 3.500 Kilometern. Die Übertragung der Daten zur Erde dauerte aufgrund der großen Distanz rund sechs Stunden. Arrokoth befindet sich etwa 6,47 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt und ist damit das am weitesten entfernte Objekt, das je von einer Raumsonde aus der Nähe untersucht wurde.

Form und Struktur von Arrokoth

Die ersten Aufnahmen von Arrokoth zeigten eine ungewöhnliche Form, die zunächst mit einem Schneemann verglichen wurde. Spätere Analysen ergaben jedoch, dass das Objekt aus zwei abgeflachten Lappen besteht, die an einer schmalen Stelle verbunden sind. Der größere Lappen misst etwa 22 × 20 × 7 Kilometer, der kleinere 14 × 14 × 10 Kilometer. Insgesamt ist Arrokoth etwa 35 Kilometer lang, 20 Kilometer breit und nur 10 Kilometer dick.

Die Struktur von Arrokoth deutet auf eine sanfte Entstehungsgeschichte hin. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die beiden Lappen ursprünglich separate Objekte waren, die sich langsam annäherten und schließlich mit einer Geschwindigkeit von weniger als fünf Metern pro Sekunde vereinten. Diese Beobachtung liefert wichtige Hinweise auf die Entstehung von Planetesimalen in der Frühphase des Sonnensystems.

Wissenschaftliche Bedeutung der Mission

Arrokoth gehört zum sogenannten kalten klassischen Kuipergürtel, einer Region jenseits des Neptuns mit relativ ungestörten Umlaufbahnen. Aufgrund der großen Entfernung zur Sonne unterliegt das Objekt nur minimalen thermischen und geologischen Veränderungen. Dies macht Arrokoth zu einem wertvollen Forschungsobjekt für die Untersuchung der frühen Phase des Sonnensystems.

Die New-Horizons-Mission startete im Januar 2006 mit dem primären Ziel, Pluto zu erforschen. Nach dem Vorbeiflug an Pluto im Juli 2015 wurde die Sonde zu Arrokoth umgelenkt, das erst 2014 mit dem Hubble-Weltraumteleskop entdeckt worden war. Die Mission lieferte nicht nur detaillierte Aufnahmen von Arrokoth, sondern sammelt weiterhin Daten über Staub, geladene Teilchen und Wasserstoff in den äußeren Bereichen des Sonnensystems.

  • Quelle: NASA-Missionsdaten zu New Horizons
  • Quelle: Wissenschaftliche Publikationen zur Arrokoth-Erforschung