NASA beauftragt SpaceX mit kontrolliertem Absturz der ISS

Die NASA hat SpaceX damit beauftragt, ein spezielles Raumfahrzeug zu entwickeln, das die Internationale Raumstation (ISS) im Jahr 2030 kontrolliert aus der Umlaufbahn bringen soll. Das sogenannte U.S. Deorbit Vehicle wird auf Basis des Cargo Dragon konstruiert und soll die ISS in eine sichere Absturzzone im Südpazifik steuern.

Geplante Durchführung des ISS-Absturzes

Der kontrollierte Absturz der ISS ist für Ende 2030 vorgesehen, nachdem die letzte Besatzung die Station verlassen hat. Mit einem Gewicht von etwa 430 Tonnen ist die ISS zu groß, um unkontrolliert in die Erdatmosphäre einzutreten. Das U.S. Deorbit Vehicle wird daher die Station gezielt in eine abgelegene Region des Südpaziks lenken, die als Point Nemo bekannt ist. Dieser Punkt liegt etwa 2.688 Kilometer von der nächsten Landmasse entfernt und gilt als der am weitesten von menschlicher Besiedlung entfernte Ort der Erde.

Das Raumfahrzeug wird auf dem Cargo Dragon basieren, jedoch mit einem vergrößerten Frachtmodul und zusätzlichen Draco-Triebwerken ausgestattet sein. Seine Hauptaufgabe besteht darin, an der ISS anzudocken, deren Lage zu kontrollieren und schließlich die notwendigen Manöver für den Wiedereintritt in die Atmosphäre durchzuführen. Die Entwicklung des Fahrzeugs soll bis Ende 2028 abgeschlossen sein, wobei die NASA den Betrieb übernehmen wird.

Technische Herausforderungen und Sicherheitsaspekte

Der Absturz der ISS ist ein komplexes Unterfangen, das präzise Berechnungen und eine sorgfältige Steuerung erfordert. Das U.S. Deorbit Vehicle muss die Geschwindigkeit der Station so verändern, dass sie an einem vorherbestimmten Punkt in die Atmosphäre eintritt. Dabei wird der atmosphärische Widerstand genutzt, um den größten Teil der Arbeit zu leisten. Die bestehenden Antriebssysteme der ISS und angedockte Progress-Raumschiffe dienen als Backup, bieten jedoch nicht die erforderliche Sicherheitsmarge.

Ein weiterer Aspekt ist die Verteilung der Trümmer. Die ISS wird beim Wiedereintritt in die Atmosphäre weitgehend verglühen, aber einige Teile könnten die Erdoberfläche erreichen. Die NASA plant daher, die Trümmer in einem möglichst engen Korridor zu halten, um das Risiko für bewohnte Gebiete zu minimieren. Point Nemo wurde als Zielregion gewählt, da es sich um eine der am wenigsten bewohnten Regionen der Erde handelt.

Die Entscheidung, die ISS nicht als Museumsobjekt zu erhalten, ist sowohl praktisch als auch verantwortungsbewusst. Eine langfristige Parkbahn würde mehr als doppelt so viel Treibstoff erfordern wie ein kontrollierter Absturz und die Station einer stärkeren Gefahr durch Weltraumschrott aussetzen. Zudem wäre die Erhaltung der ISS eine Belastung für zukünftige Generationen, die ein Objekt von 430 Tonnen warten müssten, das sie nicht selbst gebaut haben.

  • Quelle: NASA Pressemitteilung, Juni 2024
  • Quelle: NASA Budgetanfrage für das Fiskaljahr 2027