Magmareservoir unter der Toskana entdeckt

In der Toskana befindet sich ein riesiges Magmareservoir in 8 bis 15 Kilometern Tiefe. Forscher der Universität Genf haben das unterirdische System mit modernen seismischen Methoden kartiert.

Historische Nutzung der Erdwärme

Die Region um Larderello ist seit Jahrhunderten für ihre natürlichen Dampfaustritte bekannt. Bereits 1904 nutzte Prinz Piero Ginori Conti den Dampf zur Stromerzeugung. 1911 entstand dort das erste industrielle Geothermiekraftwerk der Welt.

Bis April 2026 blieb die genaue Wärmequelle ungeklärt. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Matteo Lupi installierte über 60 Seismometer in der Toskana. Durch die Methode der Ambient Noise Tomographie erstellten sie ein detailliertes Bild des Untergrunds.

Größe und Eigenschaften des Magmareservoirs

Die Messungen zeigten eine seismische Anomalie mit 6.000 Kubikkilometern Magma. Zum Vergleich: Der Genfersee fasst etwa 89 Kubikkilometer Wasser. Das Magma besteht aus peraluminischem anatektischem Granit, der durch teilweise Aufschmelzung sedimentärer Gesteine entsteht.

Anders als bei klassischen Vulkanen wie Yellowstone fehlen an der Oberfläche typische Merkmale. Das Magma ist zu zähflüssig und gasarm für explosive Eruptionen. Die geologische Struktur der Region wirkt zudem wie ein natürlicher Behälter, der den Aufstieg verhindert.

Die Entdeckung erklärt die langfristige Nutzbarkeit der Geothermie in Larderello. Die Methode könnte helfen, ähnliche Systeme weltweit zu identifizieren. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Communications Earth & Environment veröffentlicht.

  • Universität Genf: Seismische Untersuchungen in der Toskana
  • INGV/CNR-IGG: Geologische Begleitforschung
  • Communications Earth & Environment: Publikation der Studienergebnisse