Europäische IRIS²-Satellitenkonstellation wird größer und teurer

Die Europäische Kommission hat mit einem Industriekonsortium vereinbart, die geplante IRIS²-Satellitenkonstellation zu erweitern. Sowohl die Anzahl der Satelliten als auch die Projektkosten steigen deutlich an.

Erweiterte Konstellation und Zeitplan

Am 7. August gab die EU-Kommission den Abschluss der Verhandlungen mit dem SpaceRISE-Konsortium bekannt. Das Konsortium unter Führung der Satellitenbetreiber Eutelsat, Hispasat und SES war bereits im Dezember 2024 für eine einjährige Designphase ausgewählt worden.

Ursprünglich sah das IRIS²-Konzept 18 Satelliten in der mittleren Erdumlaufbahn (MEO) und 264 Satelliten in einer hohen niedrigen Umlaufbahn (LEO) in etwa 1.200 Kilometern Höhe vor. Zusätzlich waren mindestens 10 Satelliten in einer niedrigeren Umlaufbahn für Technologieerprobungen geplant.

Die aktuelle Planung sieht nun 66 zusätzliche Satelliten in der hohen LEO-Umlaufbahn vor. Die MEO-Komponente bleibt bei 18 Satelliten. Die ersten Starts sollen wie bisher geplant 2029 erfolgen.

Kostensteigerung und Finanzierung

Die Projektkosten sind deutlich gestiegen. Während ursprünglich 6 Milliarden Euro veranschlagt waren, belaufen sich die Gesamtkosten nun auf 15,6 Milliarden Euro. Das SpaceRISE-Konsortium trägt davon 4 Milliarden Euro, die verbleibenden 11,6 Milliarden Euro kommen von der EU-Kommission und der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Die zusätzlichen Mittel sollen aus dem nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der EU (2028-2034) sowie durch Beiträge der Mitgliedstaaten bereitgestellt werden. Spanien hat bereits 1,6 bis 2 Milliarden Euro zugesagt, Polen plant eine Beteiligung von etwa 750 Millionen US-Dollar.

Die erweiterte Konstellation soll die Kapazitäten für sichere Regierungsdienste innerhalb der EU um 60 Prozent erhöhen. Außerhalb der EU wird eine Steigerung um 54 Prozent erwartet.