Der Asteroidengürtel: Weitgehend leerer Raum zwischen Mars und Jupiter

Der Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter wird in Lehrbüchern oft als dichtes Feld von Gesteinsbrocken dargestellt. Seit 1972 haben jedoch alle Raumsonden diese Region ohne Kollisionen durchquert. Tatsächlich besteht der Gürtel zu 99,9% aus leerem Raum.

Dimensionen und Verteilung der Asteroiden

Der Hauptgürtel erstreckt sich von 2,2 bis 3,2 Astronomischen Einheiten (AE) von der Sonne entfernt. Eine AE entspricht dem mittleren Abstand zwischen Erde und Sonne (ca. 150 Millionen Kilometer). Die Region umfasst etwa 16 kubische AE und reicht etwa 0,5 AE über und unter die Ebene der Erdbahn hinaus.

Schätzungen der NASA zufolge enthält der Gürtel zwischen 1,1 und 1,9 Millionen Asteroiden mit mehr als einem Kilometer Durchmesser sowie Millionen kleinerer Objekte. Bei gleichmäßiger Verteilung läge der durchschnittliche Abstand zwischen kilometergroßen Asteroiden bei etwa 3,1 Millionen Kilometern – dem achtfachen der mittleren Entfernung zwischen Erde und Mond.

Raumsonden durchqueren den Gürtel problemlos

Pioneer 10 war 1972 die erste Sonde, die den Asteroidengürtel durchquerte. Die Mission dauerte von Juli 1972 bis Februar 1973. Zu diesem Zeitpunkt bestanden noch Unsicherheiten über die Menge an Staub und Trümmern in der Region. Pioneer 10 registrierte einige Einschläge kleiner Partikel, jedoch weniger als erwartet.

Seitdem haben zahlreiche Missionen den Gürtel durchquert, darunter Pioneer 11, die Voyager-Sonden, Galileo, Cassini und New Horizons. Galileo passierte dabei gezielt die Asteroiden Gaspra und Ida. Die Dawn-Mission erreichte 2011 den Asteroiden Vesta und 2015 den Zwergplaneten Ceres, der etwa ein Viertel der Gesamtmasse des Gürtels ausmacht.

Die Gesamtmasse aller Asteroiden im Hauptgürtel ist geringer als die des Erdmondes. Kollisionen zwischen größeren Körpern sind selten, finden aber über geologische Zeiträume statt und führen zur Bildung von Asteroidenfamilien.

  • Quelle: NASA Mission Records
  • Quelle: Dawn Mission FAQ
  • Quelle: Basics of Space Flight