Das Mars Sample Return-Programm der NASA und ESA wurde im Januar 2026 vom US-Kongress gestrichen. Damit gibt es derzeit keine genehmigte Mission, um die von Perseverance gesammelten Gesteinsproben vom Mars zur Erde zu bringen. Der Rover hat in den letzten fünf Jahren im Jezero-Krater gezielt Proben gesammelt und in Titanröhrchen versiegelt. Diese lagern nun teils in einem Depot auf der Marsoberfläche, teils im Rover selbst.
Was genau wurde gestrichen?
Der US-Kongress strich die Finanzierung für das bestehende Mars Sample Return-Programm im Haushaltsplan für das Fiskaljahr 2026. Die Entscheidung betrifft die bisher geplante Architektur der Mission, die einen Lander, eine Mars-Ascent-Rakete und ein Rückkehr-Raumschiff vorsah. Stattdessen wurden 110 Millionen US-Dollar für „Mars Future Missions“ bereitgestellt. Diese Mittel sollen Fähigkeiten wie Radar, Spektroskopie und Landetechnologien erhalten, sind aber nicht für die Bergung der Perseverance-Proben vorgesehen.
Die Entscheidung bedeutet nicht, dass Marsproben niemals zur Erde gebracht werden dürfen. Es gibt jedoch derzeit keine genehmigte Mission, keinen Zeitplan und kein vollständiges Budget, das die Proben aus dem Jezero-Krater in ein irdisches Labor bringen würde.
Die gesammelten Proben und ihre Bedeutung
Perseverance landete am 18. Februar 2021 mit einem Probennahmesystem, das nach besonders strengen Kontaminationsstandards gebaut wurde. Der Rover hat seitdem 30 Proben in 38 Titanröhrchen gesammelt, darunter vulkanisches und sedimentäres Gestein, Regolith und Marsatmosphäre. Zehn Röhrchen wurden Anfang 2023 in einem Backup-Depot namens Three Forks abgelegt. Die meisten Proben befinden sich noch an Bord des Rovers.
Die Proben wurden sorgfältig ausgewählt, um die vulkanische, Fluss-, See- und Grundwassergeschichte des Jezero-Kraters zu repräsentieren. Einige enthalten Mineral- und Organikverbindungen, die als potenzielle Biosignaturen gelten. Diese Proben erfordern Analysen, die Perseverance nicht durchführen kann.
Die Titanröhrchen wurden so konstruiert, dass sie ihre Inhalte über Jahre auf dem Mars konservieren können. Ihre genauen Standorte sind kartiert, und das Depot bietet Redundanz, falls der Rover ausfällt.
Warum Probenrückführung wichtig ist
Ein Rover ist durch Masse, Energie, Temperatur und die Anforderungen an die Landung stark eingeschränkt. Erdbasierte Labore können dagegen mehrere Gerätegenerationen nutzen, Messungen wiederholen, extrem dünne Schnitte anfertigen und unabhängige Teams konkurrierende Erklärungen testen lassen. Zurückgebrachtes Material könnte mit Elektronenmikroskopen, Synchrotronen, hochpräzisen Isotopeninstrumenten und organisch-chemischen Methoden untersucht werden, die zu groß oder zu empfindlich für den Einsatz auf dem Mars sind.
Die Herausforderungen des ursprünglichen Plans
Das ursprüngliche Rückführungsprogramm sah eine komplexe Kette von Missionen vor: Ein Lander sollte eine kleine Rakete zum Mars bringen. Die Proben von Perseverance oder aus dem Depot sollten in diese Mars Ascent Vehicle geladen und in die Umlaufbahn gebracht werden. Ein ESA Earth Return Orbiter sollte den versiegelten Behälter einfangen und unter strengen Planetenschutzvorkehrungen zur Erde bringen.
Eine unabhängige Überprüfung der NASA im Jahr 2023 kam zu dem Schluss, dass die Architektur unrealistische Kosten- und Zeitplanannahmen hatte. Die Schätzungen stiegen auf 8 bis 11 Milliarden US-Dollar, mit einer Rückkehr bis spätestens 2040. Die NASA reagierte mit einer Umstrukturierung des Programms und der Aufforderung zu kostengünstigeren Entwürfen. Im Januar 2025 wurden die Arbeiten auf zwei Landeansätze beschränkt, die beide auf etwa 6 bis 7 Milliarden US-Dollar geschätzt wurden. Der Kongress zog die Unterstützung zurück, bevor eine Architektur ausgewählt werden konnte.
Die gestrichene Finanzierung bedeutet nicht, dass die bisherige Arbeit des Rovers wertlos ist. Jede Probe hat bereits die geologische Aufzeichnung des Jezero-Kraters geschärft, da die Probennahme von Bildern, chemischen Karten und Beobachtungen des umgebenden Gesteins begleitet wurde. Perseverance sammelt weiterhin Daten und kann seine mitgeführten Probenröhrchen weiter transportieren.
- Quelle: Joint explanatory statement for the 2026 appropriations agreement
- Quelle: NASA’s current sample inventory records
- Quelle: NASA’s 2023 independent review
