Das Startup Endeavor Optical Networks (EON) hat sich mit einer Seed-Finanzierung von 10,8 Millionen US-Dollar öffentlich präsentiert. Die Firma entwickelt ein Satellitensystem für optische Datenübertragung in der mittleren Erdumlaufbahn (MEO). Ziel ist es, eine Alternative zu den anfälligen Unterseekabeln zu schaffen.
Hintergrund und Technologie
Derzeit werden etwa 95 Prozent des interkontinentalen Datenverkehrs über Unterseekabel abgewickelt. Diese sind jedoch anfällig für Beschädigungen durch Schiffsanker, Sabotage oder Naturereignisse. Reparaturen können Wochen bis Monate dauern.
EON setzt auf ein sogenanntes „Bent-Pipe“-Design. Dabei senden Bodenstationen Daten per Laser zu einem Satelliten, der das Signal über den Ozean hinweg zurück zur Erde reflektiert. Das System soll möglichst einfach aufgebaut sein – im Idealfall mit minimaler Hardware im Orbit.
Zeitplan und nächste Schritte
Bis 2029 plant EON den vollständigen Betrieb des Systems. Zuvor steht jedoch eine technische Herausforderung an: die Demonstration einer vollständigen Datenverbindung über große Distanzen bei hoher Geschwindigkeit. Ein Testsatellit soll Ende 2027 oder Anfang 2028 in einer niedrigen Umlaufbahn (LEO) starten, um die Technologie zu validieren.
Das Unternehmen nutzt die Seed-Finanzierung für den Umzug in eine neue Einrichtung in Südkalifornien. Auf etwa 1.400 Quadratmetern entstehen Büros und Produktionsstätten, einschließlich eines optischen Labors für die Entwicklung der Satellitenhardware.
Parallel dazu gab es weitere Entwicklungen in der Raumfahrtbranche: Die US-Raumfahrtstreitkräfte vergaben einen 397-Millionen-Dollar-Auftrag an Rocket Lab für die Entwicklung einer Satellitenkonstellation. Xona Space Systems erhielt die FCC-Genehmigung für sein Navigationssystem, während True Anomaly erstmals ein Ausweichmanöver im Orbit demonstrierte.
- Quelle: Payload Space