Die französische Raumfahrtagentur CNES hat bekannt gegeben, dass ein erster Test eines neuen wiederverwendbaren Raketentriebwerks für das Jahr 2028 geplant ist. Dieses Triebwerk soll mehr als doppelt so leistungsstark sein wie das Vulcain 2.1, das in der Ariane 6-Rakete verwendet wird. Die Ankündigung erfolgte durch CNES-Präsident François Jacq in schriftlichen Antworten an den Wirtschaftsausschuss der französischen Nationalversammlung.
Ziel: Entwicklung eines europäischen Super-Schwerlastträgers
Das Projekt ist Teil des ASTRE-Programms (Advanced Staged-combustion Technologies for Reusable Engines), das darauf abzielt, Europa die Fähigkeit zu geben, einen Schwerlastträger zu entwickeln, der mit Systemen wie SpaceXs Starship oder Blue Origins New Glenn vergleichbar ist. Ein solcher Träger wäre in der Lage, Nutzlasten von mehreren Dutzend Tonnen ins All zu befördern. Jacq betonte, dass die Entwicklung eines solchen Triebwerks und der zugehörigen Testinfrastruktur mehr als ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen wird.
Der erste Test im Jahr 2028 wird mit einem verkleinerten Prototypen des Triebwerks durchgeführt. Neben diesem Test umfasst die aktuelle Phase des Projekts die Erstellung eines vorläufigen Designs und eines Entwicklungsplans für das Triebwerk. Ein detaillierter Zeitplan für die Entwicklung des vollständigen Triebwerks wird erst nach Abschluss dieser Meilensteine erstellt.
Kooperationen und Projektbeteiligte
ArianeGroup, ein Joint Venture zwischen Airbus und Safran, übernimmt den größten Teil der Projektarbeit. Zusätzlich führt Sirius Space Services Technologieentwicklungen durch, während Pangea Propulsion ein separates vorläufiges Design für das Triebwerk erstellt. Diese Zusammenarbeit soll sicherstellen, dass Europa über die notwendigen Technologien verfügt, um im Bereich der Schwerlastträger wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der Vertrag zwischen CNES und ArianeGroup wurde am 17. Juni 2025 unterzeichnet und markiert einen wichtigen Schritt in der europäischen Raumfahrtentwicklung. Das Projekt ist Teil der langfristigen Strategie, um Europas Position im globalen Raumfahrtmarkt zu stärken.
- Quelle: European Spaceflight