Die Raumfahrtbehörden NASA und Roskosmos haben ihre Vereinbarung zum Austausch von Astronautenplätzen auf der Internationalen Raumstation (ISS) verlängert. Die bestehende Regelung ermöglicht es NASA-Astronauten, mit russischen Sojus-Kapseln zu fliegen, während russische Kosmonauten Plätze in SpaceXs Crew Dragon erhalten. Eine Ausweitung auf Boeings Raumschiff Starliner ist derzeit nicht vorgesehen.
Details der Vereinbarung unklar
Die Verlängerung des Abkommens wurde während einer Pressekonferenz zur bevorstehenden Crew-13-Mission bestätigt. NASA-Managerin Dana Weigel erklärte, dass die Planungen etwa 18 Monate im Voraus erfolgen. Konkrete Missionen, die von der Vereinbarung betroffen sind, wurden nicht genannt. Die NASA kündigte an, diese Informationen zu einem späteren Zeitpunkt zu veröffentlichen.
Der Sitzplatztausch stellt sicher, dass sowohl NASA als auch Roskosmos stets Personal auf der ISS stationieren können, falls eines der Raumschiffe längere Zeit nicht verfügbar sein sollte. Die aktuelle Vereinbarung markiert die erste direkte Begegnung zwischen NASA-Chef Bill Nelson und Roskosmos-Direktor Dmitri Rogosin seit 2018.
Starliner noch nicht in Abkommen einbezogen
Boeings Raumschiff Starliner ist derzeit nicht Teil des Sitzplatzaustauschs. Grund dafür sind noch nicht abgeschlossene Zertifizierungsprozesse für Langzeitmissionen zur ISS. NASA und Boeing arbeiten an Lösungen für Probleme mit dem Antriebssystem, die während des letzten Testflugs vor zwei Jahren auftraten.
Richard Jones vom NASA Commercial Crew Program erläuterte, dass Modifikationen an den Triebwerken des Servicemoduls vorgenommen wurden. Dazu gehören thermische Ableiter zur Wärmeableitung und zusätzliche Isolierungen. Tests dieser Änderungen im White Sands Testgelände in New Mexico verliefen nach Angaben der NASA erfolgreich.
Ein unbemannter Testflug von Starliner könnte noch in diesem Jahr stattfinden, sofern die technischen Arbeiten abgeschlossen werden und ein Startfenster verfügbar ist. Die NASA hat diesen Flug bisher nicht in ihren offiziellen ISS-Besuchsplan aufgenommen.
- Quelle: SpaceNews