SpaceX veröffentlicht Quartalszahlen nach Börsengang

SpaceX hat seine ersten Quartalsergebnisse nach dem Börsengang im Juni veröffentlicht. Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 7,8 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 92 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Nettoverlust belief sich auf 541 Millionen US-Dollar. Trotz der positiven Zahlen fiel der Aktienkurs um etwa 7 Prozent im Nachbörsenhandel, da Investoren die hohen Ausgaben und den bevorstehenden Ablauf der Sperrfrist für Aktienverkäufe bewerteten.

Geschäftsbereiche im Überblick

SpaceX gliedert seine Aktivitäten in drei Hauptbereiche: Raumfahrt, Konnektivität und Künstliche Intelligenz (KI). Der Raumfahrtsektor verzeichnete einen Umsatz von 962 Millionen US-Dollar, ein Plus von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies trotz einer geringeren Anzahl von Starts in der ersten Jahreshälfte – 78 im Vergleich zu 84 im Vorjahr. Die Einnahmen stammen vor allem aus einer höheren Zahlungskraft der Kunden.

Der Konnektivitätsbereich, angeführt von Starlink, erwirtschaftete 4,3 Milliarden US-Dollar und macht damit 55 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Der operative Gewinn stieg um 79 Prozent auf 1,7 Milliarden US-Dollar, was auf eine zunehmende Profitabilität hinweist. Besonders hervorzuheben ist das Wachstum im Geschäft mit Unternehmen und Regierungen, das um 108 Prozent auf 1,8 Milliarden US-Dollar zulegte. Dazu gehören neue Verträge für Starshield, das sichere Satellitennetzwerk für Regierungen.

Der KI-Bereich erzielte einen Umsatz von 2,6 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 247 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Zuwachs ist jedoch hauptsächlich auf Fusionen und neue Cloud-Deals zurückzuführen, nicht auf organisches Wachstum. Die hohen Investitionen in KI haben bei Investoren Bedenken ausgelöst, da andere Technologieunternehmen ähnliche Ausgabenmuster aufweisen.

Finanzielle Herausforderungen und Zukunftspläne

SpaceX gab im zweiten Quartal fast 16 Milliarden US-Dollar für Kapitalausgaben aus, doppelt so viel wie im Vorquartal. Diese Ausgaben sollen mindestens zwei weitere Quartale auf diesem Niveau bleiben. Elon Musk kündigte an, die Rechenkapazität des Unternehmens von derzeit 2 Gigawatt bis Ende 2027 auf nahezu 10 Gigawatt zu erhöhen. Jedes Gigawatt neuer Kapazität erfordert Milliardeninvestitionen, vor allem in Chips. Musk plant, ausschließlich auf Nvidia-Hardware zu setzen.

Trotz der hohen Ausgaben ist SpaceX nicht knapp bei Kasse. Das Unternehmen verfügt über 100 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln nach dem Börsengang und einer Anleiheemission von 25 Milliarden US-Dollar. Die Frage bleibt, wie lange es dauern wird, bis diese Investitionen in Renditen umgesetzt werden können.

Ein weiterer Faktor, der den Aktienkurs beeinflussen könnte, ist das Auslaufen der Sperrfrist für Aktienverkäufe. Ab Donnerstag können Mitarbeiter und Insider erstmals ihre Anteile verkaufen. Dies könnte den Aktienkurs zusätzlich unter Druck setzen, selbst bei soliden Ergebnissen.