Das Vera C. Rubin-Observatorium hat seine erste wissenschaftliche Aufnahme mit der LSST-Kamera veröffentlicht. Das Bild zeigt Hunderttausende Galaxien im bekannten COSMOS-Feld, einem besonders gut erforschten Himmelsausschnitt.
Technische Details der Aufnahme
Die Aufnahme entstand mit der 3,2-Gigapixel-LSST-Kamera, der derzeit größten Digitalkamera der Welt. Sie ist am 8,4-Meter-Simonyi-Survey-Teleskop montiert. Durch die Kombination mehrerer hundert Einzelaufnahmen entstand ein Bild mit über 500.000 Galaxien und 50.000 Sternen. Das COSMOS-Feld wurde gewählt, weil es außerhalb der dichten Sternenebene der Milchstraße liegt und somit freie Sicht auf entfernte Galaxien bietet.
Die LSST-Kamera ermöglicht eine bisher unerreichte Kombination aus großem Sichtfeld, hoher Auflösung und wiederholten Beobachtungen. Die jetzt veröffentlichte Aufnahme ist Teil des Early Data Preview 2 (EDP2), der erste Datensatz mit wissenschaftlichen Beobachtungen aus der Validierungsphase zwischen April 2025 und Januar 2026.
Wissenschaftliche Bedeutung
Das COSMOS-Feld dient Astronomen seit über 20 Jahren als Referenzregion. Seit den ersten Hubble-Beobachtungen 2003 wurde es mit zahlreichen Teleskopen in verschiedenen Wellenlängenbereichen untersucht. Die Rubin-Aufnahmen ergänzen diese Daten durch ihre besondere Tiefe und die Möglichkeit, zeitliche Veränderungen zu erfassen.
Während der geplanten zehnjährigen Himmelsdurchmusterung (Legacy Survey of Space and Time, LSST) wird das COSMOS-Feld besonders häufig beobachtet werden. Die wiederholten Aufnahmen sollen unter anderem veränderliche Objekte wie Supernovae erfassen. Die jetzt veröffentlichten Daten dienen auch dazu, die wissenschaftliche Gemeinschaft auf die Auswertung der Hauptdurchmusterung vorzubereiten.
Die zweite Phase des EDP2 ist für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2026 geplant. Sie wird zusätzlich zu den kombinierten Aufnahmen auch Einzelbeobachtungen und Differenzbilder enthalten, die nur die veränderlichen Komponenten zeigen.
- Quelle: Vera C. Rubin Observatory Press Release
- Quelle: NSF NOIRLab Statement
