Start der ersten Orbitalrakete aus Großbritannien verzögert sich

Der deutsche NewSpace-Anbieter Rocket Factory Augsburg (RFA) hat den geplanten Erststart seiner RFA ONE-Rakete verschoben. Während Tests auf dem SaxaVord Spaceport auf den Shetland-Inseln wurde ein Problem mit der Rakete festgestellt, das weitere Untersuchungen erfordert. Ein neuer Starttermin wurde noch nicht bekannt gegeben.

Technische Untersuchungen laufen

RFA gab am 28. Juli über den Kurznachrichtendienst X bekannt, dass die dreistufige Rakete demontiert wird, um das aufgetretene Problem genauer zu analysieren. Die Art des technischen Defekts wurde nicht spezifiziert. Die RFA ONE ist als kostengünstige Lösung für den Transport kleiner Satelliten konzipiert und soll später eine wiederverwendbare erste Stufe erhalten.

Die Rakete ist für verschiedene Umlaufbahnen ausgelegt, darunter geostationäre, polare und sonnensynchrone Orbits. Der ursprünglich für August oder September 2024 geplante Start wäre der erste vertikale Orbitalstart von britischem Boden gewesen.

Wachsender Druck auf NewSpace-Startups

Die Verzögerung bei RFA ONE erfolgt in einem Marktumfeld mit hoher Nachfrage nach Startkapazitäten. Gründe sind der Ausbau von Satellitenkonstellationen wie Starlink sowie militärische Anforderungen, darunter kurzfristige Startaufträge wie die VICTUS HAZE-Mission von Rocket Lab.

RFA hatte im Januar 2024 als erstes Unternehmen eine Startlizenz für den SaxaVord Spaceport erhalten, abseits des etablierten europäischen Weltraumbahnhofs in Kourou. Dies gilt als wichtiger Schritt für mehr europäische Autonomie im Raumfahrtsektor. Spekulationen über mögliche Kapazitätsengpässe bei SpaceX-Falcon-9-Missionen ab 2028 könnten zusätzliche Chancen für Anbieter wie RFA eröffnen.

  • Quelle: https://www.space.com/space-exploration/launches-spacecraft/rocket-issue-delays-1st-orbital-rocket-launch-from-the-uk