Spanien investiert bis zu 2,3 Milliarden Dollar in nationale militärische Kommunikation für IRIS²

Spaniens Beitrag zur IRIS²-Konstellation

Die spanische Regierung hat angekündigt, zwischen 1,6 und 2 Milliarden Euro (1,8 bis 2,3 Milliarden Dollar) für die Entwicklung einer nationalen militärischen Satellitenkommunikationskonstellation bereitzustellen. Diese könnte in die geplante IRIS²-Multi-Orbit-Satelliteninternetkonstellation integriert werden. Das Projekt wurde während der Sitzung des Nationalen Ausschusses für technologische Sicherheit und Souveränität am 29. Juli vorgestellt. Dabei diskutierte das Verteidigungsministerium die Einführung von 15 neuen speziellen Modernisierungsprogrammen (SMPs) für das Jahr 2026 sowie das Nationale LEO-Fähigkeitsprogramm für 2027.

Die Finanzierung für das „Multi-Orbit SATCOM SMP“ wird für die Entwicklung des Raumsegments, des bodengestützten Kontroll- und Managementsegments sowie den Betrieb des Systems während seines gesamten Lebenszyklus bereitgestellt. Die genaue Anzahl der Satelliten in der Konstellation wurde nicht bekannt gegeben.

Europäische Zusammenarbeit und Ziele

Der europäische Kommissar für Verteidigung und Raumfahrt, Andrius Kubilius, lobte das Engagement Spaniens und betonte das wachsende Interesse der Mitgliedstaaten an der Beteiligung an der IRIS²-Initiative der Europäischen Union. Die IRIS²-Konstellation soll die staatliche Satellitenkommunikation für die EU sichern und gleichzeitig die Bemühungen des Blocks unterstützen, Hochgeschwindigkeitsinternet zu gewährleisten und Konnektivitätslücken zu schließen. Das Projekt wird allgemein als die Antwort der EU auf SpaceXs Starlink angesehen.

Der spanische Premierminister Pedro Sánchez hatte die Pläne des Landes, ein Programm zur Mitfinanzierung von IRIS² zu starten, bereits im Mai vorgestellt. Er betonte, dass Spanien zu einem „europäischen Benchmark im Raumfahrtsektor“ werden könne und dass die Raumfahrtindustrie des Landes weiter wachse. Die Initiative biete eine große Chance für die Entwicklung und Konsolidierung der nationalen industriellen Wertschöpfungskette, sowohl in der Satellitenherstellung als auch in ihrem Bodensegment.

Sánchez wies darauf hin, dass die Einnahmen des spanischen Raumfahrtsektors im Jahr 2025 rund 1,5 Milliarden Euro erreicht hätten und die Branche fast 8.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen habe.

Weitere europäische Beteiligungen

Die Ankündigung Spaniens erfolgte kurz nach der Bekanntgabe Polens, das sich mit rund 2,8 Milliarden polnischen Zloty (749 Millionen Dollar) an der IRIS²-Initiative beteiligen wird. Ähnlich wie Spanien wird Polen die Konstruktion von sechs MEO-Satelliten und sechs LEO-Satelliten sowie einer Gateway-Bodenstation finanzieren. Marcin Kierwiński, Polens Minister für Inneres und Verwaltung, betonte, dass die Beteiligung an IRIS² zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten für mehr als 400 Unternehmen im polnischen Raumfahrtsektor eröffnen könnte.

Das 10,6 Milliarden Euro teure Projekt soll bis 2030 vollständig einsatzfähig sein und dann sein vollständiges Dienstleistungsangebot bereitstellen. Nach den Plänen wird die Konstellation aus etwa 292 Satelliten bestehen, die in verschiedenen Umlaufbahnen operieren. Davon sollen 18 Satelliten in der MEO-Umlaufbahn, 264 in einer höheren niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) und 10 in einer niedrigeren LEO-Umlaufbahn positioniert werden.