Arianespace-Chef fordert Blockbestellungen für Ariane 6-Flüge

Der CEO von Arianespace, David Cavaillolès, hat die Europäische Kommission oder die deutsche Regierung aufgefordert, Blockbestellungen für 10 bis 20 Ariane 6-Starts zu tätigen. Er argumentiert, dass eine solche Zusage die Herangehensweise des Unternehmens an seine Lieferkette grundlegend verändern würde. Diese Aussage traf Cavaillolès in einem Gespräch mit der deutschen Verteidigungspublikation Hartpunkt, während er den steigenden Bedarf an militärischen Satellitenstarts diskutierte.

Cavaillolès verwies insbesondere auf eine Rede des deutschen Verteidigungsministers Boris Pistorius im September 2025, in der dieser 35 Milliarden Euro für raumfahrtbezogene Verteidigungsprojekte ankündigte. Er bezeichnete dies als einen „Wendepunkt“ für die Nachfrage nach Starts. Gleichzeitig warnte er jedoch, dass die politischen Entscheidungen, die europäischen Startanbietern ermöglichen würden, dieser Nachfrage gerecht zu werden, schnell getroffen werden müssten. Ein Warten bis 2027 oder 2028 wäre seiner Ansicht nach zu spät.

Vergleich mit den USA

Cavaillolès stellte den aktuellen europäischen Ansatz, Starts einzeln zu kaufen, der US-Praxis gegenüber, Blockaufträge zu vergeben. Diese gebe amerikanischen Unternehmen „Planungssicherheit über mehrere Jahre“. Als Beispiel nannte er einen Auftrag der US Space Force an SpaceX im April 2025, bei dem 28 nationale Sicherheitsstarts im Rahmen eines mehrjährigen Vertrags im Wert von 5,9 Milliarden Dollar vergeben wurden.

„Wenn Deutschland oder die Europäische Kommission morgen 10 oder 20 Raketen auf einmal kaufen würden, würde dies die Planung, Investitionen und Kostenmanagement unserer Lieferkette komplett verändern“, sagte Cavaillolès laut einer Übersetzung gegenüber Hartpunkt.

Steigerung der Startkapazität

Innerhalb der aktuellen Architektur der Ariane 6-Trägerrakete kann Arianespace etwa neun Starts pro Jahr durchführen. Es werden jedoch Anstrengungen unternommen, diese Kapazität zu erhöhen. Bei einer Pressekonferenz nach dem ESA-Ratstreffen im Juni erklärte ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher, dass Studien durchgeführt würden, um die Startfrequenz der Ariane 6 auf 12, 15 oder sogar 20 Flüge pro Jahr zu erhöhen.

Er fügte hinzu, dass jede Option unterschiedliche Kosten und Implementierungszeitpläne mit sich bringen würde und dass jede Erhöhung von einer ausreichenden Nachfrage nach der zusätzlichen Startkapazität abhängen würde.