Start und Flugverlauf
SpaceX startete am Freitag seine 13. Super Heavy-Starship-Rakete. Die riesige Booster-Stufe landete zielgenau, aber mit einer höheren Geschwindigkeit als geplant, im Golf von Mexiko. Die Starship-Oberstufe führte einen erfolgreichen suborbitalen Flug zum Indischen Ozean durch. Angetrieben von 33 mit Methan betriebenen Raptor-Triebwerken, hob die 124 Meter hohe zweistufige Rakete um 17:51 Uhr Ortszeit vom SpaceX-Startgelände „Starbase“ in Texas ab. Der Start wurde zuvor aufgrund technischer Probleme und ungünstiger Wetterbedingungen verschoben.
Während des Aufstiegs funktionierte die Booster-Stufe wie geplant. Nach der Trennung von der Starship-Oberstufe kehrte sie jedoch mit nur fünf aktiven Triebwerken zur Erde zurück, was zu einer härteren Landung führte. Die Booster-Stufe ist eigentlich dafür ausgelegt, mit Hilfe von mechanischen Armen, sogenannten „Chopsticks“, zurück zur Startrampe zu fliegen. Für die ersten Flüge der dritten Generation der Rakete entschied sich SpaceX jedoch aus Sicherheitsgründen für eine Landung im Golf von Mexiko.
Starship-Oberstufe und zukünftige Missionen
Die Starship-Oberstufe erreichte den Weltraum mit allen sechs Raptor-Triebwerken. Während ihres suborbitalen Fluges setzte sie 20 Starlink-Satelliten der dritten Generation aus. Sechs dieser Satelliten waren mit Kameras ausgestattet, um den Zustand des Hitzeschilds und der Starship-Oberstufe zu überprüfen. Dies soll Ingenieuren dabei helfen, den Zustand zukünftiger Starships vor dem Wiedereintritt zu bewerten. In einem weiteren Test wurde eines der Raptor-Triebwerke im Weltraum erneut gezündet, um die Fähigkeit zum Neustart zu demonstrieren, die für zukünftige Mondmissionen erforderlich ist.
Die Starship-Oberstufe trat dann in die Erdatmosphäre ein und landete eine Stunde und fünf Minuten nach dem Start nordwestlich von Australien. Die Starlink-Satelliten, die sich auf derselben suborbitalen Flugbahn befanden, verglühten beim Wiedereintritt in die Atmosphäre.
Die Leistung der Starship-Oberstufe ist für die NASA von Bedeutung, da eine Variante dieser Stufe als Mondlander für das Artemis-Programm dienen soll. Für Mondmissionen muss SpaceX bis zu 15 Super Heavy-Starship-Tanker starten, um den Mondlander zu betanken. Der Lander soll dann zwei Astronauten zur Mondoberfläche bringen und sie nach Abschluss ihrer Mission wieder zurück zum Orion-Raumschiff bringen.
Die NASA hat jedoch Bedenken hinsichtlich der Komplexität der Missionsarchitektur und der Anzahl der erforderlichen Flüge. Ein Bericht des Government Accountability Office (GAO) vom Donnerstag hebt die Herausforderungen hervor, die SpaceX bei der Entwicklung der Super Heavy-Starship-Rakete bewältigen muss. Dazu gehören die Entwicklung kryogener Treibstoffmanagementsysteme und die Verbesserung der Raptor-Triebwerke. SpaceX liegt außerdem mehr als ein Jahr hinter dem ursprünglichen Zeitplan für wichtige Meilensteine zurück.
Als Backup arbeitet auch Blue Origin, ein Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos, an Mondlandern für die NASA. Diese Lander sollen sowohl Fracht als auch Astronauten zur Mondoberfläche bringen und werden von der New Glenn-Rakete gestartet. Auch diese Lander müssen im Weltraum betankt werden.
- Quelle: SpaceX Pressemitteilung
- Quelle: NASA Artemis-Programm
- Quelle: Government Accountability Office (GAO) Bericht
