Thales Alenia Space, ein Joint Venture zwischen Thales (67%) und Leonardo (33%), hat einen Vertrag mit OHB Italia für die Entwicklung des PRISMA Second Generation Erdbeobachtungssatelliten unterzeichnet. Der Satellit wird für die italienische Raumfahrtagentur ASI gebaut und soll 2031 starten. Er wird ein von Leonardo entwickeltes Hyperspektralinstrument mit verbesserten Funktionalitäten und höherer Auflösung im Vergleich zur ersten Generation tragen.
Technische Verbesserungen der zweiten Generation
Eine zentrale Herausforderung der Hyperspektraltechnologie ist die Aufnahme von Bildern mit hoher Qualität und räumlicher Auflösung bei gleichzeitig häufigen Wiederholungszeiten und einem hohen Signal-Rausch-Verhältnis. Der PRISMA Second Generation Satellit wird durch verbesserte Agilität der Plattform und des Instruments die räumliche Auflösung auf mindestens 10 Meter erhöhen, gegenüber bisher 30 Metern. Zudem werden neue Funktionalitäten eingeführt, die den Anforderungen wissenschaftlicher und operativer Nutzer gerecht werden.
Das industrielle Konsortium wird von OHB Italia geleitet, das für die Mission und End-to-End-Systemaktivitäten verantwortlich ist. Thales Alenia Space entwickelt den Satelliten und liefert die PRIMA-S-Plattform, die das Hyperspektralinstrument aufnehmen wird. Die Plattform basiert auf der HE-R1000-Produktlinie und kann sowohl Radar- als auch optische Nutzlasten aufnehmen. Das Instrument wird von der ASI als kundengeliefertes Bauteil bereitgestellt und von Leonardo gebaut.
Industrielle Zusammenarbeit und Missionen
OHB Italia wurde von der ASI als Hauptauftragnehmer für die Entwicklung des PRISMA Second Generation Systems ausgewählt. Das Unternehmen baut auf den Erfolg der ersten PRISMA-Mission auf, die seit 2019 im Orbit operiert. Die neue Mission soll deutlich verbesserte Beobachtungsleistungen bieten.
Die Mission nutzt eine spezialisierte italienische Lieferkette. Thales Alenia Space Italia liefert die Plattform als Unterauftragnehmer, während Leonardo das Hyperspektralinstrument entwickelt. Der Vertrag unterstreicht die Expertise des OHB-Konzerns in der Erdbeobachtung und hyperspektralen Fernerkundung. OHB war bereits an Missionen wie EnMAP in Deutschland und der europäischen Copernicus-Mission CHIME beteiligt.
PRISMA Second Generation wird präzise Daten für Umwelt- und Klimamonitoring, Ressourcenmanagement und Katastrophenbewertung liefern. Die Mission festigt die Position des OHB-Konzerns als führender Anbieter von Erdbeobachtungssystemen in Europa.
- Quelle 1: SatNow – Thales Alenia Space PRISMA SG
- Quelle 2: OHB – PRISMA Second Generation