Orbital setzt auf autonome Software von Orca Aerospace für Satellitenflotte

Das Raumfahrtunternehmen Orbital aus Los Angeles hat eine Vereinbarung mit dem Startup Orca Aerospace getroffen, um dessen autonome Software in seiner geplanten Satellitenflotte einzusetzen. Der Vertrag hat einen Wert von bis zu 20 Millionen US-Dollar.

Autonome Navigation für Satelliten

Die Software von Orca Aerospace soll als autonomer Navigator fungieren und die Flugsoftware jedes Satelliten mit der Bodenkontrolle von Orbital verbinden. Sie ermöglicht es den Satelliten, Manöver, Aufgaben und Fehlerreaktionen eigenständig durchzuführen, wobei menschliche Eingriffe nur bei Bedarf erforderlich sind.

Jacob Ososke, CEO und Mitgründer von Orca Aerospace, erklärte, dass die Bordautonomie die Kollisionsvermeidung vereinfacht und den Bedarf an einem großen Team von Operatoren reduziert. Für Orbital sei diese Technologie entscheidend, um die geplante Skalierung sicher zu erreichen.

Die Software wird einmal pro Flugsoftware-Stack integriert, sodass alle Satelliten das gleiche Verhalten und die gleichen Regeln befolgen. Sie startet im „Schattenmodus“, bei dem Telemetriedaten zur menschlichen Überprüfung gesendet werden, und gewinnt schrittweise an Autonomie.

Langfristige Partnerschaft und offene Koordination

Beide Unternehmen streben eine langfristige Zusammenarbeit an, bei der die Rechenleistung von Orbitals Datenzentren für die Plattform von Orca genutzt wird. Dies könnte es anderen Raumfahrzeugen ermöglichen, sich über Orbitals Satelliten statt über Bodenstationen zu verbinden. Orca plant, seine Koordinationsprotokolle offen zu halten, um Daten mit anderen Betreibern zu teilen.

Euwyn Poon, CEO und Gründer von Orbital, verglich die Software von Orca mit Teslas vollautonomem Fahrmodus. Sie ersetze die Notwendigkeit eines Teams von menschlichen Operatoren und ermögliche eine Skalierung der Flotte.

Gemäß der Absichtserklärung wird Orbital eine Integrationsgebühr sowie eine Lizenzgebühr für jeden Satelliten zahlen, der die Software von Orca nutzt.

Die zunehmende Belegung des erdnahen Orbits (LEO) stellt eine Herausforderung dar, insbesondere für Datenzentren-Konstellationen, die oft sonnensynchrone Umlaufbahnen anstreben. Ähnlich wie bei Starlink wird erwartet, dass autonome Systeme erforderlich sind, um die hohe Anzahl von Kollisionsvermeidungsmanövern zu bewältigen.