Redwire erhält 20-Millionen-Dollar-Vertrag von DARPA für VLEO-Demonstration

Das Raumfahrtunternehmen Redwire hat einen Vertrag über 20 Millionen US-Dollar von der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) erhalten. Der Auftrag ist Teil des Otter-Programms, das die Entwicklung von luftatmenden elektrischen Antriebssystemen (ABEP) fördert. Ziel ist es, Satelliten in sehr niedrigen Erdumlaufbahnen (VLEO) zwischen 90 und 250 Kilometern Höhe zu betreiben.

Technologische Herausforderungen und Ziele

Der Betrieb von Satelliten in VLEO stellt besondere Anforderungen, da die erhöhte atmosphärische Reibung die Lebensdauer der Missionen verkürzen kann. Durch den Einsatz von ABEP-Technologie sollen diese Herausforderungen bewältigt werden. Die Nähe zur Erde bietet dabei Vorteile, die für militärische und zivile Anwendungen genutzt werden können.

Laut Spence Wise, Senior Vice President bei Redwire, sollen die neuen Technologien eine Klasse von manövrierfähigen und energieeffizienten Raumfahrzeugen schaffen. Diese sollen insbesondere für nationale Sicherheitsmissionen eingesetzt werden, um schnellere Bahnänderungen und eine verbesserte taktische Reaktionsfähigkeit zu ermöglichen.

Vorbereitung auf die Hauptmission

Der neue Vertrag folgt auf einen Phase-2-Auftrag über 44 Millionen US-Dollar, den Redwire im November 2025 im Rahmen des Otter-Programms erhalten hatte. Die aktuellen Mittel sollen eine Vorläufermission finanzieren, bei der eine verkleinerte Version des SabreSat-Raumfahrzeugs eingesetzt wird. Diese Mission ist für Ende 2027 geplant und soll weniger als einen Tag in der VLEO-Umlaufbahn operieren, um das ABEP-System erstmals im Orbit zu testen.

Wise betonte, dass die Flugtests wichtige Daten liefern werden, die in Bodentests nicht vollständig simuliert werden können. Dies soll das Risiko für die vollständige Otter-Mission verringern und die Entwicklung von Plattformen, Modellen und digitaler Infrastruktur für den großflächigen Einsatz von VLEO-Technologien vorantreiben.

Neben DARPA ist auch die Europäische Weltraumorganisation (ESA) an der Entwicklung von VLEO-Technologien interessiert. Redwire fungiert als Hauptauftragnehmer für die ESA-Mission Skimsat, die ebenfalls auf einen Erstflug im Jahr 2027 abzielt. Die beiden Programme werden parallel entwickelt, wobei bestimmte Subsysteme aufgrund regulatorischer Beschränkungen nicht übertragbar sind.