Sceye und SoftBank schließen Fünfjahresvertrag für stratosphärische Kommunikationsplattformen

Das Unternehmen Sceye hat einen Fünfjahresvertrag mit SoftBank abgeschlossen, um eine Flotte von stratosphärischen Plattformen (HAPS) über Japan zu betreiben. Die Plattformen sollen als Brücke zwischen terrestrischer Kommunikationsinfrastruktur und Satellitennetzen dienen. Die Vereinbarung sieht den Bau und Betrieb von mindestens 40 Einheiten vor, die größtenteils mobile Breitbanddienste bereitstellen werden. Ein Teil der Flotte wird ein optisches Lasernetzwerk in der Stratosphäre bilden.

Technische Details der HAPS-Plattformen

Sceyes Plattformen erreichen ihre Einsatzhöhe von etwa 20 Kilometern in weniger als 30 Minuten, ohne Raketenstart. Sie nutzen dazu ein Traggas. Die Plattformen sind vergleichbar mit geostationären Satelliten, jedoch etwa 1.800 Mal näher an der Erdoberfläche. Sie können eine konstante Höhe und Position halten, sind austauschbar und wartungsfähig. Derzeit liegt der Flugrekord bei 30 Tagen, und die Plattformen werden nach der Landung zerlegt und getestet, bevor Teile wiederverwendet werden. Sceye strebt an, die Einsatzdauer auf sechs Monate oder mehr zu verlängern und die Wartungszeit auf Wochen zu verkürzen.

Strategische Bedeutung für SoftBank

SoftBank hat bereits mehrere HAPS-Projekte unterstützt und investierte 15 Millionen US-Dollar in Sceyes Serie-C-Finanzierung im Jahr 2025. Das Unternehmen sieht die Plattformen als Ergänzung zu Satelliten und terrestrischen Netzen. SoftBank plant außerdem, Starlinks Direkt-zur-Zelle-Dienst in Japan einzuführen. Die Zusammenarbeit mit Sceye ermöglicht es SoftBank, unabhängig von externen Raketenstarts zu sein und eine eigene, vollständig integrierte Infrastruktur zu nutzen.

Im September 2023 führten Sceye und SoftBank erfolgreich die Mission „Service Test 1“ durch, bei der eine Plattform 30 Tage lang von New Mexico nach Japan und zurück reiste. Dabei wurden verschiedene Anwendungen der HAPS-Technologie getestet.