Europäisches Konsortium entwickelt Weltraumverteidigungstechnologien

Das französische Unternehmen OSMOS X wurde vom Europäischen Verteidigungsfonds (EDF) beauftragt, ein Konsortium zur Erforschung von Technologien für die Abwehr von Bedrohungen im Weltraum zu leiten. Das Projekt wird mit rund 4,5 Millionen Euro gefördert und hat eine Laufzeit von 30 Monaten.

Zusammensetzung und Ziele des Konsortiums

Das Konsortium besteht aus sieben europäischen Organisationen, darunter das französische Unternehmen ArcSpace, das Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS), das deutsche Unternehmen KINETIK Space, die Technische Universität Poznań in Polen und das Politecnico di Milano in Italien. Ziel ist die Entwicklung eines Raumfahrzeugs, das in der Lage ist, feindliche Satelliten zu erfassen, zu manipulieren und gegebenenfalls zu deaktivieren, ohne dabei Weltraumschrott zu erzeugen.

Die Technologien sollen es ermöglichen, nicht kooperative Satelliten mit Störsendern oder Antriebssystemen auszustatten, um deren Fähigkeit zur Spionage zu unterbinden oder sie in ungefährliche Umlaufbahnen zu zwingen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung eines Hochleistungsantriebssystems, das eine Gesamtgeschwindigkeitsänderung (Delta-V) von 12.000 Metern pro Sekunde erreichen soll.

Hintergrund und aktuelle Entwicklungen

Die Notwendigkeit solcher Technologien wurde kürzlich deutlich, als ein russischer Satellit sich einem finnischen ICEYE-Satelliten bis auf 50 Meter näherte. Dieser Vorfall unterstreicht die derzeitige Unfähigkeit europäischer Staaten, auf vergleichbare Bedrohungen im Weltraum angemessen zu reagieren.

OSMOS X plant, noch vor Ende des nächsten Jahres eine erste Demonstrationsmission durchzuführen, um das Antriebssystem zu testen. Das Unternehmen geht davon aus, dass nach Abschluss der Studie europäische Staaten die entwickelten Raumfahrzeuge in größeren Stückzahlen bestellen werden. Dabei soll eine vollständige Abdeckung des geostationären Orbits (GEO) mit nur vier Satelliten erreicht werden.

Das Unternehmen hat bereits bis zu 35 Millionen US-Dollar vom US-Verteidigungsministerium erhalten, um eine vollständige Demonstration des kryogenen Manövrierfahrzeugs Astraeus im Orbit durchzuführen. Zudem arbeiten Telekommunikationsunternehmen wie Deutsche Telekom, Telefónica, Orange und Vodafone daran, eine Bodeninfrastruktur für die Satellitenkommunikation in Europa aufzubauen.

  • Quelle: https://payloadspace.com/osmos-x-tapped-to-lead-edf-backed-tactical-capture-consortium/