JPL blickt auf 90 Jahre Innovation und Raumfahrt zurück

Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) feiert sein 90-jähriges Bestehen und blickt auf eine lange Geschichte von bahnbrechenden Missionen und technologischen Innovationen zurück. Das Labor, das heute vom California Institute of Technology (Caltech) für die NASA betrieben wird, begann 1936 mit Raketentests in Pasadena und hat seitdem zahlreiche Meilensteine in der Raumfahrt gesetzt.

Von den Anfängen bis zu historischen Missionen

Die Ursprünge des JPL liegen in den Experimenten einer Gruppe von Caltech-Studenten, die am 31. Oktober 1936 Raketenantriebe in der Arroyo Seco-Schlucht testeten. Diese Arbeiten legten den Grundstein für das Labor, das zunächst als Auftragnehmer für die US-Armee tätig war. 1958 startete das JPL mit Explorer 1 den ersten amerikanischen Satelliten, der nicht nur die Erde umkreiste, sondern auch wissenschaftliche Daten lieferte. Der an Bord befindliche Geigerzähler entdeckte die Van-Allen-Strahlungsgürtel, die die Erde umgeben.

Im selben Jahr wurde das JPL Teil der neu gegründeten NASA. In den folgenden Jahrzehnten realisierte das Labor zahlreiche Premieren, darunter die erste US-Mission zum Mond (Ranger 7 im Jahr 1964), den ersten Vorbeiflug an einem Planeten, die erste Sonde, die alle vier Gasriesen besuchte, sowie die ersten Rover und den ersten Hubschrauber auf dem Mars.

Zukünftige Missionen und neue Herausforderungen

Das JPL plant weitere innovative Missionen, die die Grenzen der Raumfahrt erweitern sollen. Die SkyFall-Mission, deren Start für 2028 vorgesehen ist, wird drei Hubschrauber über dem Mars einsetzen, um verborgene Eisvorkommen zu kartieren und Wetterphänomene zu analysieren. Im selben Jahr soll die MoonFall-Mission große Drohnen am lunaren Südpol landen, um die Erforschung des Mondes voranzutreiben.

Ein weiteres Projekt ist SunRISE (Sun Radio Interferometer Space Experiment), das 2027 starten soll. Dabei werden sechs kleine Satelliten eine riesige Radioantenne im Weltraum bilden, um die Aktivität der Sonne zu untersuchen. Diese Daten könnten dazu beitragen, die Sicherheit von Raumfahrtmissionen für Menschen zu erhöhen.

Das JPL ist auch an der NEO Surveyor-Mission beteiligt, die potenziell gefährliche Asteroiden aufspüren soll. Diese Mission wird helfen, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu planen. Darüber hinaus arbeitet das Labor an mehreren Erdbeobachtungsmissionen, die unter anderem die Bewegung von Wasser, die Entstehung tropischer Stürme und die Auswirkungen von Luftverschmutzung auf die menschliche Gesundheit untersuchen werden.

Ein weiteres Highlight ist die Zusammenarbeit mit der indischen Raumfahrtbehörde ISRO im Rahmen der NISAR-Mission, die Veränderungen der Erdoberfläche im Zusammenhang mit Naturkatastrophen präzise erfassen kann. Zudem entwickelte das JPL die AVIRIS-Sensoren, die seltene Erden aufspüren können und auf der „Camera on a Chip“-Technologie basieren, die auch in Smartphones verwendet wird.

Das JPL feiert sein 90-jähriges Bestehen kurz vor einem weiteren Meilenstein: Am 18. November 2026 wird die Raumsonde Voyager 1 eine Entfernung von einem Lichttag (etwa 16 Milliarden Meilen oder 26 Milliarden Kilometer) von der Erde erreichen. Die Voyager-Mission, die seit 50 Jahren aktiv ist, wird weiterhin Daten aus dem interstellaren Raum liefern, einer Region, die bisher von keiner anderen Sonde erreicht wurde.

  • Quelle: NASA JPL Pressemitteilung vom 21. Oktober 2026