Forscher suchen mit Bürgerhilfe nach fehlenden Schwarzen Löchern in der Milchstraße

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Astronomen schätzen, dass sich in der Milchstraße über 10 Millionen Schwarze Löcher befinden müssten. Bisher wurden jedoch nur etwa 70 davon entdeckt. Ein britisches Forschungsteam hat nun ein Projekt gestartet, bei dem Freiwillige bei der Suche nach diesen unsichtbaren Objekten helfen können.

Wie Bürgerwissenschaftler Schwarze Löcher finden können

Das Projekt „Black Hole Hunters“ nutzt Daten des NASA-Weltraumteleskops TESS, das eigentlich zur Exoplanetensuche entwickelt wurde. Freiwillige analysieren Helligkeitsveränderungen von Sternen, die durch den Gravitationslinseneffekt eines vorbeiziehenden Schwarzen Lochs verursacht werden können. Dabei müssen sie keine speziellen Vorkenntnisse mitbringen – es geht um das Erkennen charakteristischer Muster in den Daten.

Adam McMaster von der University of Southampton erklärt: „Die Teilnehmer helfen uns, gezielt Teleskope auf vielversprechende Kandidaten auszurichten. Jeder könnte der Entdecker eines neuen Schwarzen Lochs sein.“

Warum menschliche Mustererkennung benötigt wird

Zwar durchsuchen Algorithmen zunächst die Daten nach offensichtlichen Kandidaten, doch natürliche Sternenschwankungen und Ausbrüche führen häufig zu Fehlalarmen. Menschliche Beobachter können diese besser von echten Signalen unterscheiden. Jeder Datensatz wird mehreren Freiwilligen vorgelegt, um Fehler auszugleichen.

Seit dem Start im Oktober 2021 auf der Zooniverse-Plattform haben bereits über 23.000 Freiwillige mehr als 12 Millionen Klassifikationen durchgeführt. Die Ergebnisse früherer Suchkampagnen mit Daten des erdgebundenen SuperWASP-Projekts werden derzeit ausgewertet.

Zukünftig sollen auch Daten weiterer Missionen wie Euclid der ESA und des Nancy Grace Roman Space Telescope der NASA in die Suche einbezogen werden. Die Forscher rechnen mit der Entdeckung tausender neuer Schwarzer Löcher, wofür sie weiterhin auf öffentliche Unterstützung angewiesen sind.