Das deutsche Raumfahrt-Startup RATLOG hat sich mit einem ungewöhnlichen Ansatz in der Y Combinator-Kohorte Herbst 2026 präsentiert. Das Unternehmen will die Anzahl der Bauteile in Raketentriebwerken um etwa 90 Prozent reduzieren.
Neuer Ansatz in der Triebwerksentwicklung
Die Gründer von RATLOG, ehemalige Studenten aus Dresden, sehen in der traditionellen Raketenentwicklung zu langsame Fortschritte. CEO Charlie Weise erklärte, dass die meisten Unternehmen nur inkrementelle Verbesserungen wie neue Treibstoffe oder Materialien verfolgen. RATLOG hingegen setzt auf eine grundlegend andere Konstruktionsphilosophie.
Das Unternehmen zielt auf Leistungswerte ähnlich der Falcon 9 von SpaceX ab, wobei eine größere Nutzlastverkleidung geplant ist. Als europäische Alternative soll RATLOG nach Unternehmensangaben eine kostengünstigere und verfügbarere Lösung als die Ariane 6 werden.
Ambitionierte Zeitpläne mit begrenzten Mitteln
RATLOG verfolgt einen schnellen Entwicklungsansatz. Nach einem ersten Fördergeld der deutschen Regierung über 30.000 Euro im April testete das Team bereits im September einen Prototyp. Der Einstieg in das Y Combinator-Programm folgte wenige Wochen später.
Bis Dezember muss das Unternehmen den YC Demo Day erfolgreich absolvieren. Ein wichtiger Meilenstein ist der geplante Test des Flugtriebwerks im November. Als potenzielle Startplätze werden der Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate evaluiert.
Kundeninteresse kommt laut RATLOG vor allem von Betreibern orbitaler Rechenzentren und Satellitenkonstellationen. Im Gegensatz zu anderen Startups setzt das Unternehmen direkt auf eine schwere Trägerrakete, da Kunden nach Unternehmensangaben keine kleinen Raketen nachfragen.