Schwaches Wasserstoff-Signal könnte Rätsel der Dunklen Energie lösen

Forscher haben eine neue Methode entwickelt, um die Dunkle Energie zu untersuchen. Dabei nutzen sie den schwachen Radioleuchten von Wasserstoff aus der Frühzeit des Universums. Das CHIME-Teleskop in Kanada kann diese Signale direkt messen.

CHIME-Teleskop ermöglicht direkte Beobachtung

Das Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment (CHIME) wurde ursprünglich zur Erforschung der Dunklen Energie konzipiert. Bisher benötigte das Projekt zusätzliche Daten anderer Teleskope, die Millionen von Dollar kosten. Nun kann CHIME die Wasserstoff-Verteilung selbstständig kartieren.

Mit nur einem kleinen Teil der gesammelten Daten gelang bereits der Nachweis von Wasserstoff aus einer Zeit, als das Universum etwa 5 Milliarden Jahre alt war. Die Messungen zeigen, dass rund 2% des Wasserstoffs damals in neutraler atomarer Form vorlagen.

Dunkle Energie dominiert das Universum

Dunkle Energie macht 68% des Materie-Energie-Haushalts des Universums aus. Sie beschleunigt die Expansion des Kosmos, obwohl die durch den Urknall ausgelöste Ausdehnung eigentlich hätte abnehmen sollen. Dieser Effekt ähnelt einer Schaukel, die ohne äußere Einwirkung wieder in Bewegung gerät und sich dabei immer schneller bewegt.

Die weitere Entwicklung hängt von der Stärke der Dunklen Energie ab. Sie könnte entweder zum „Big Rip“ führen, bei dem das Universum zerreißt, oder zum „Big Crunch“, bei dem es wieder in einer Singularität kollabiert.

CHIME hat mittlerweile sieben Jahre an Daten gesammelt. Die Forscher hoffen, damit die Wasserstoff-Verteilung bis zu 3 Milliarden Jahre nach dem Urknall zurückverfolgen zu können. Die Ergebnisse wurden in zwei Studien im Astrophysical Journal veröffentlicht.