Margaret Hamilton, die als führende Entwicklerin des Computersystems für das Apollo-Programm der NASA bekannt wurde, ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Dies gab das Massachusetts Institute of Technology (MIT) bekannt, wo Hamilton von 1959 bis Mitte der 1970er Jahre tätig war. Sie starb am 30. September 2026.
Karriere und Beitrag zum Apollo-Programm
Hamilton wurde 1936 in Indiana geboren und studierte Mathematik, bevor sie 1959 mit ihrem Ehemann nach Boston zog. Am MIT begann sie zunächst in der Meteorologie, bevor sie 1965 einem Labor beitrat, das Software für die Mondlandung entwickelte. Sie wurde als erste Programmiererin des Apollo-Projekts am MIT sowie als erste Frau in dieser Rolle eingestellt. Bis 1968 leitete sie als stellvertretende Direktorin das Team für das Kommando- und Servicemodul des Apollo-Programms, das aus über 400 Mitarbeitern bestand.
Olivier de Weck, Professor für das Apollo-Programm und interimistischer Leiter der Abteilung für Luft- und Raumfahrttechnik am MIT, bezeichnete Hamilton als Pionierin, die weit ihrer Zeit voraus war. Sie habe nicht nur selbst fortschrittlichen Code entwickelt, sondern auch ein Team geleitet, das eine der komplexesten Systeme der Menschheitsgeschichte schuf. Das Apollo-Programm ermöglichte es den USA, im Wettlauf mit der Sowjetunion die ersten Menschen auf den Mond zu bringen.
Anerkennung und Vermächtnis
Hamilton erhielt 2016 die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der USA, für ihre Verdienste. Sie prägte den Begriff „Software Engineering“ und gründete später ihre eigenen Softwareunternehmen, Higher Order Software und Hamilton Technologies. Zudem veröffentlichte sie über 130 wissenschaftliche Arbeiten.
In einem Interview mit MIT News im Jahr 2009 betonte Hamilton die Bedeutung ihrer Arbeit: „Es gab keine zweite Chance. Wir wussten das. Wir nahmen unsere Arbeit ernst, viele von uns begannen diese Reise, während sie noch in ihren 20ern waren.“ Sie beschrieb die Entwicklung von Lösungen und neuen Ideen als Abenteuer und hob die gegenseitige Achtung innerhalb des Teams hervor. Die Softwareentwicklung sei damals ein „Mysterium“ gewesen, was ihnen jedoch große Freiheit und Vertrauen seitens des Managements einbrachte.
Hamilton wurde auch als LEGO-Figur in der „Women of NASA“-Serie verewigt, die unter anderem die Astronautinnen Mae Jemison und Sally Ride umfasst. Ihr Beitrag zur Raumfahrt bleibt ein zentraler Bestandteil der Geschichte der NASA und der Softwareentwicklung.
- Quelle: phys.org
- Quelle: arstechnica.com